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Polizei schoss ihm bei der Festnahme in die linke Hand - Millionendieb vor Gericht

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Von: Andreas Thieme

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Vlada D. vor Gericht.
Vlada D. vor Gericht. © Sigi Jantz

Seine Festnahme endete spektakulär. Doch es war das Ende einer dramatischen Einbruchserie im Münchner Stadtteil Solln. Nun muss sich der Millionendieb vor Gericht verantworteten und überraschte.

München - Zwei Wochen lang hebelte er Terrassentüren auf oder trat Kellerfenster ein – doch heute kann Vlada D. (36) kaum noch seine Jacke selbst ausziehen. Denn Polizisten haben ihm bei der Festnahme in die linke Hand geschossen. So endete eine der dramatischsten Einbruchsserien der vergangenen Jahre!

Neun Diebstähle innerhalb von zwei Wochen gehen auf das Konto des Serben, die er allesamt Anfang 2016 in Solln verübt hatte. Seine Beute: mehr als eine Million Euro. Vor dem Landgericht legte er gestern ein Geständnis ab.

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„Das Bargeld habe ich behalten, den Schmuck verkauft“, sagte der Serbe zum Prozessauftakt. Am 24. Januar 2016 kam er ganz gezielt nach München, um hier im schicken Sollner Vorort einzubrechen. Bis zum 4. Februar knackte er neun Häuser auf, stahl Bargeld und Schmuck.

Millionen-Diebstahl: „Das war ich nicht“

In einem Fall sogar im Wert von gut einer Million Euro! In der Franz-Hals-Straße war Vlada D. über die Terrassentür in das Anwesen gelangt und hebelte laut Anklage im Schlafzimmer den Tresor auf. Daraus entnahm er 18 Ringe, 17 Halsketten, 14 Ketten, sechs Armbänder, drei Armbanduhren und Broschen.

Ein Millionen-Diebstahl, den er als einzigen Fall aus der Anklageschrift bestreitet. „Das war ich nicht“, behauptet der Serbe. Dumm nur: Am Tatort hatte er etliche DNA-Spuren hinterlassen, zudem überführte ihn die Polizei über seine Handydaten. „Diese belegen eindeutig, dass er zur Tatzeit am Tatort war“, sagte eine Ermittlerin gestern aus.

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Flucht nach Hamburg

Nach seiner Einbruchsserie in München flüchtete Vlada D. nach Hamburg, erst dort konnte die Polizei ihn stellen – und musste sogar auf den flüchtigen Einbrecher schießen. „Ich wurde in der Hand und im Unterarm getroffen. Die Wunden sind noch immer nicht verheilt. Ich wurde bereits sieben Mal operiert, mir droht eine Amputation“, sagt D. Derzeit trägt er eine gelbe Kunst-Prothese – wie ein Roboter.

Ob der Dieb auch Komplizen hatte, ist noch nicht geklärt. „Aber es spricht vieles dafür“, sagte eine Ermittlerin gestern aus. Sie erklärte auch, dass Vlada D. bereits von Interpol gesucht wurde, weil er auch in Serbien und Frankreich etliche Einbrüche und schwere Diebstähle verübt hatte. Dafür droht ihm nun jahrelange Haft. Am 12. Oktober spricht Richter Gilbert Wolf das Urteil.

Andreas Thieme

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