Ex-1860-Präsident Dieter Schneider laut Medienbericht gestorben

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Prozess gegen Obersendling-Killer

Katrins Freund bricht in Tränen aus

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Hinter dieser Tür geschah das Verbrechen. Katrin Michalk schrie um Hilfe, aber ihr Freund hörte sie nicht.

München - Alexander L. hat am Mittwoch tränenüberströmt den Gerichtssaal verlassen. Zum ersten Mal sah er den Mörder seiner Freundin, den Messerstecher von Sendling.

In Tränen aufgelöst verließ Alexander L. am Mittwoch den Gerichtssaal B 177. Zum ersten Mal sah er den Mörder seiner geliebten Katrin – jenen irren Messerstecher, der seine Lebensgefährtin am Abend des 4. Januar 2013 nur wenige Meter vor der Wohnungstür niedergemetzelt hatte.

Auf der Anklagebank des nicht öffentlichen Prozesses sitzt Marco F. (20). Er hat die Tat bereits gestanden. Sein Motiv ist unfassbar: Er habe sich die Wohnung des ihm unbekannten Opfers in der Halskestraße aneignen und von dort aus Raubüberfälle begehen wollen. In dem Prozess geht es um die endgültige Unterbringung des Messermörders in der Psychiatrie.

Katrin Michalk († 31), die an jenem Abend auf dem Heimweg vom Fitnessstudio war, bemerkte ihren Verfolger nicht, weil sie Musik hörte. Marco F. stach ihr in den Hals und dann unzählige Male in den Rücken. Sie konnte noch um Hilfe schreien, ehe sie sterbend zu Boden fiel.

Schrecklich für ihren Freund Alexander L.: Er lag zur Tatzeit im Bett. Der Polizei sagte er, Kopfhörer getragen zu haben. Deshalb habe er nichts von dem tödlichen Drama draußen im Flur mitbekommen. Gegen 21 Uhr läutete schließlich jemand Sturm. Im Schlafanzug öffnete er die Türe. Draußen stand der Sohn eines Nachbarn, der ihm sagte, dass seine Freundin verletzt unten liege. Alexander B. fand seine geliebte Katrin in einer riesigen Blutlache. Sie habe noch geatmet. Weinend gab er zu Protokoll, dass sie noch gestammelt habe: „Keine Luft! Keine Luft!“ Als die Sanitäter einige Minuten später eintrafen, gab Katrin keinen Laut mehr von sich.

Dann musste Alexander L. erfahren, dass sie tot ist. Doch um das Liebste, was er im Leben hatte, konnte er nicht einmal richtig trauern. Die Polizei nahm ihn durch die Mangel – immer wieder. Denn die Beamten gingen zunächst von einer Beziehungstat aus. Und keiner war ihr näher als er.

Als er am Mittwoch nach seiner Aussage unter Tränen den Saal verließ, nahm ihn Katrins Bruder tröstend in die Arme.

Eberhard Unfried

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