Tutzinger Krankenhaus-Konzern übernimmt

Rinecker-Klinik: Das Ende einer Ära

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Die Rinecker-Klinik am Isarkanal.

München - Diese Operation lässt die Münchner Gesundheitsbranche aufhorchen: Dr. Hans Rinecker hat seine gleichnamige Klinik endlich verkauft.

Krankenhaus-Konzerne schlucken immer mal wieder Privatkliniken – und zwar ungefähr genauso oft wie manche Patienten Hustensaft, spotten böse Zungen. Aber diese Operation lässt die Münchner Gesundheitsbranche aufhorchen: Dr. Hans Rinecker hat seine gleichnamige Klinik endlich verkauft. Das Traditionshaus am Isarkanal, nur einen Steinwurf vom Tierpark entfernt, gehört nun der Tutzinger Klinikgruppe Artemed. Sie betreibt zehn Kliniken in Deutschland, unter anderem an der Münchner Theresienwiese und in Tutzing.

Eineinhalb Jahre lang habe man „miteinander gesprochen“, erklärten Käufer und Verkäufer gestern unisono. Der Vertrag sei schließlich am 18. Dezember unterzeichnet worden, den Kaufpreis wollten weder Dr. Rinecker noch die Artemed-Leute nennen. Allerdings betonte der Alteigentümer mehrfach, dass es ihm nicht ums Geld gegangen sei: „Das Angebot von Artemed war nicht das höchste, aber aus medizinischer Sicht das beste. Ich habe aus Altersgründen verkauft“, erklärte der 72-Jährige. Er wolle sich jetzt ganz auf sein Bestrahlungszentrum konzentrieren, das er ganz in der Nähe der Klinik betreibt. Genau dieses Hightech-Zentrum, so munkeln einige Gerüchteköche, sei einer der Gründe, warum Dr. Rinecker seine Klinik verkauft habe. Er brauche schlichtweg frisches Geld.

Rinecker selbst räumte gestern jedenfalls ein, dass er die Klinik seit 2010 aus seinem Privatmögen subventioniert habe. „Es ging nicht anders. Kliniken sind in Deutschland unterfinanziert.“ Davon ließ sich die Artemed-Gruppe offenbar nicht abschrecken. Sie werde „zeitnah“ ins Gebäude investieren, unter anderem die Notaufnahme erneuern und dann einzelne Stationen renovieren, kündigte Geschäftsführer Dr. Clemens Guth an.

Die Rinecker-Klinik hat etwa 200 Betten, pro Jahr würden rund 4500 Patienten stationär behandelt. Zuletzt habe die Auslastung geschwächelt, sagte Dr. Rinecker. Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. In dem Krankenhaus arbeiten etwa 230 Beschäftigte, darunter 50 Ärzte. „Wir haben alle übernommen“, erklärte Artemed-Manager Guth. Wie viele auf Dauer bleiben, wird die Zukunft zeigen.

Der neue Besitzer kündigte an, er werde die bestehenden Fachbereiche weiter betreiben, darunter die Herzchirurgie, die Gefäßchirurgie, die Unfallchi-rurgie sowie die Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Andreas Beez

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