Attacke auf der Tierpark-Brücke

Rottweiler biss Julia blutig – Hundehalter verurteilt

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Julia (16) musste nach der Rottweiler-Attacke auf der Thalkirchner Brücke fünf Tage im Krankenhaus behandelt werden.

München - Ein Rottweiler hatte Julia auf der Thalkirchner Brücke angefallen und mehrfach gebissen. Vor Gericht sagte Julia am Dienstag gegen den Hundehalter aus – und erzählte von der Horror-Attacke.

Ein Foto zeigt Julias (Name geändert) schreckliche Verletzungen: Aus zwei klaffenden Löchern läuft das Blut aus dem Oberarm der Schülerin (16). Für sie endet am 4. April 2014 ein Besuch am Flaucher mit einem Notarzteinsatz: Ein Rottweiler hatte sie auf der Thalkirchner Brücke angefallen und mehrfach gebissen: in Hüfte, Oberarm und sogar in den Kopf! Vor Gericht sagte Julia am Dienstag gegen den Hundehalter aus – und erzählte von der Horror-Attacke.

Die Attacke passierte auf der Thalkirchner Brücke.

„Ich traf mich mit Freunden am Waldrand, an uns liefen zwei große Hunde vorbei. Ohne Herrchen.“ Als sie auf die Brücke läuft, hetzt ihr plötzlich Tyson hinterher – ein 18 Monate alter Rottweiler-Rüde, 45 Kilogramm schwer. „Er sprang auf meinen Rücken und schnappte meine Kapuze“, sagt sie. Halter Michael K. (27) kommt erst, als er die Schreie des Mädchens hört. „Er wollte die Lage herunterzuspielen. Ich forderte ihn auf, meine zerrissene Jacke zu bezahlen.“

Julia hinterlässt ihre Handynummer, dreht sich um und geht. Da verfolgt Tyson sie wieder! „Ich hatte Angst und begann zu rennen.“ Aber der Rottweiler ist schneller. „Er sprang mich von hinten an, ich fiel zu Boden. Dann verbiss er sich in meinen Haaren.“ Julia hat keine Chance: Sie will sich mit den Händen schützen, aber Tyson beißt immer heftiger zu. „Ich blutete und hatte schlimme Schmerzen.“ Ihr Martyrium endet erst, als zwei Männer den Rottweiler wegreißen. Julia: „Nach der Attacke konnte ich nicht mehr schlafen.“ Fünf Tage lang werden ihre tiefen Biss-Wunden im Krankenhaus versorgt.

Hundehalter Michael K. am Dienstag vor Gericht.

Halter Michael K. (27) ist wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt – das Amtsgericht unterstellt ihm aber Vorsatz. Urteil: ein Jahr und acht Monate auf Bewährung. Denn laut Bescheid der Landeshauptstadt durfte er Tyson gar nicht ohne Leine und Maulkorb frei laufen lassen – sein Rottweiler hatte bereits im November 2013 zwei Menschen angefallen, darunter ein Kleinkind. „Ich hatte Tyson nie unter Kontrolle. Es tut mir leid“, sagt er.

Feige: Statt Julia zu helfen, haut K. ab, als die Polizei am Flaucher eintrifft. „Ich hatte Angst, weil ich noch unter offener Bewährung stand.“ Neunmal ist er bereits vorbestraft! Tyson brachte er nach der Biss-Attacke angeblich nach Tschechien. An Julia zahlte er 2000 Euro Schmerzensgeld. Vom Angriff bleibt der Schülerin eine 15 Zentimeter lange Narbe zurück. Sie sagt: „Ich wuchs mit Hunden auf. Heute habe ich Angst vor ihnen.“

Andreas Thieme

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