"Unglaublich, dass sowas bei uns passiert"

Sendling-Mörder gefasst: Nachbarn erleichtert

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Friedl Dietrich

München - Nachdem der Mörder von Sendling gefasst ist, zeigen sich die Nachbarn erleichtert. "Ich habe mir ständig Sorgen gemacht, weil vielleicht jemand hier rumläuft, der nicht ganz richtig im Kopf ist", sagt eine Frau.

Am Tatort in der Halskestraße 17 kehrt nun wieder Ruhe ein.

Die schlimmste Befürchtung der Nachbarn in der Halskestraße hat sich bewahrheitet: Sie lebten drei Wochen lang in unmittelbarer Nähe eines eiskalten Killers. Jetzt, da dieser gefasst ist, herrscht Erleichterung. „Wir sind froh, dass er nicht mehr frei herumläuft“, sagt Hausmeisterin Monika Lorenz (59). In den vergangenen Wochen hat sie oft mit Katrins Nachbarn gesprochen. „Die Tat war ein großer Schock für die Bewohner“, so Lorenz. Bei denen löst sich langsam die Anspannung. „Endlich kann ich wieder unbeschwert in die Garage und zur Mülltonne gehen. Ich habe mir ständig Sorgen gemacht, weil vielleicht jemand hier rumläuft, der nicht ganz richtig im Kopf ist“, sagt eine Frau.

Phuc und Hue N.

Friedl Dietrich, die in einem Nachbarhaus wohnt, hat sich selbst immer wieder dabei ertappt, wie sie unruhig zum Tatort hinübersah. „Es ist unglaublich, dass sowas vor der eigenen Tür passiert“, sagt die 66-Jährige. Für Hue (75) und Phuc N. (79), die Tür an Tür mit dem Mordopfer wohnten, war die Angst ein ständiger Begleiter. „Ich konnte beim kleinsten Geräusch nicht mehr schlafen“, sagt die Rentnerin. Sie und ihr Mann haben sich ihre eigene Alarmanlage gebaut. Innen vor der Balkontüre steht eine kleine Leiter und hinter der Haustür ein Stuhl. „Damit wir hören, wenn jemand in die Wohnung einbricht“, erklärt Phuc N. Darüber müssen sich die beiden jetzt keine Sorgen mehr machen. „Wir sind erleichtert. Unser Sohn hat gleich aus dem Büro angerufen, als der Täter gefasst wurde. Aber es tut mir leid für Katrin. Sie war eine nette Frau“, erzählt Hue N.

Das Motiv von Marco F. macht die Nachbarn sprachlos. „Das ist doch Wahnsinn! Ein Mensch muss sein Leben lassen, weil jemand in die Wohnung einziehen will. Gut, dass der Täter hinter Gitter kommt“, sagt Ingrid Unterforsthuber (54). Das Hausmeisterehepaar will nach den schrecklichen Erlebnissen ein wenig Abstand gewinnen. „Gut, dass das alles endlich vorbei ist. Aber das macht Katrin leider nicht mehr lebendig“, so Lorenz.

tz

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