Bürgerinitiative gegründet

Siemens-Gelände: Anwohner kämpfen gegen Hochhäuser

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Kämpfen gegen Hochhäuser: Michael Weinzierl (v.l.), Carmen Pasedag, Waltraud ­Kauertz, Bernd Kauertz, Elke Oldorf und Isolde Matt.

München - Stunk wegen des Siemens-Geländes: In Obersendling hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die gegen die Neubaupläne für das Areal kämpfen will.

„Die Bürgerbedenken sind in keinster Weise berücksichtigt worden“, sagt Initiatorin Carmen Pasedag.

Auf dem Siemens-Gelände nahe der S-Bahn soll der so genannte Campus Süd entstehen. Bis 2020 will die Patrizia AG neben fünfgeschossigen auch sieben dreizehngeschossige Gebäude errichten. Rund 1270 Wohnungen sollen gebaut werden. Mittendrin: der 75 Meter hohe Siemens-Turm! Der bleibt und soll künftig der Gipfel einer Skyline auf dem rund elf Hektar großen Areal sein.

Den Siegerentwurf hatten die Architekten Rapp und Rapp beigesteuert. Von denen stammen auch die Pläne für das Paulaner-Areal.

Der neu gegründeten Bürgerinitiative passt das alles gar nicht. Ihnen sind die neuen Gebäude zu hoch. Das hatten Anwohner bei einer Ideen-Werkstatt auch so artikuliert: Die Gebäude sollen nicht höher als zwischen vier und acht Geschosse werden. Rund 100 Bürger hätten damals teilgenommen. „Das war eine klare Aussage, doch davon findet sich jetzt nichts mehr wieder“, sagt Pasedag. Es könne nicht sein, dass die Interessen eines Investors stärker wiegen als die der dort wohnenden Menschen.

Und es sei möglich gewesen, kleiner zu bauen. Das hätten die Pläne in dem Wettbewerb gezeigt. Dort gab es Entwürfe, die die geforderten 1000 Wohnungen aufwiesen, bei denen die Gebäude aber nicht so hoch waren.

Über 500 Unterschriften hat die BI gegen Wohntürme auf dem Campus Süd gesammelt. Die sollen OB Dieter Reiter (57, SPD) übergeben werden.

Unterstützung gibt es auch aus dem örtlichen Bezirksausschuss. „Es ist zwar sicher, dass der Entwurf umgesetzt wird“, sagt BA-Chef Ludwig Weidinger. Allerdings gibt es schon Gespräche zwischen Stadt und Planern. „Es ist wichtig, dass man die großen Gebäude so setzt, dass sie nicht zu einer Verschattung für die Anwohner führen und auch die Sichtachsen nicht stören. Das haben wir so in unserer Stellungnahme formuliert.“

Sascha Karowski

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