Weltbekannte Künstler

Street-Art-Projekt in Obersendling: Vor dem Abriss kommt die Kunst

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Mit der Straßenkunstfolgt Obersendling internationlen Vorbildern. So ziert das Bild „Love Letter“ des spanischen Künstlers Aryz seit 2012 eine Wand im polnischen Lódz.
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Mythologisch-imposant prangt sein Porträt „Priapus & Demeter“ von einem Wohnhaus in Granollers, Spanien.
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Tierisch gut auch seine tanzenden Strauße im französischen Rennes ...
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...und sein Riesenaffe auf La Réunion.

Ein spektakuläres Kunstprojekt startet am 26. Juni in Obersendling. 15 teils weltbekannte Urban-Art-Künstler schaffen auf den Fassaden von fünf alten Bürogebäuden riesige Gemälde. Zuschauen ist ausdrücklich erwünscht.

München - Noch zieht nichts die Blicke an der Hofmannstraße auf sich. Doch das wird sich bald ändern. In knapp drei Wochen beginnt auf dem früheren Siemens-Campus das Festival „SCALE – Urban Wall -Art“. Bei dem Kunstprojekt, das vom 26. Juni bis 1. Juli stattfindet, werden 15 hochkarätige Urban-Art-Künstler – darunter einige der weltweit namhaftesten – fünf nebeneinander liegende Gebäude mit riesigen Wandmalereien versehen. Initiator, Veranstalter und Sponsor des Festivals ist das „PAT ART LAB“, ein neues Projekt der Patrizia Immobilien AG. Das Unternehmen hat das Areal 2012 gekauft und plant dort das neue Quartier „Hofmann Höfe“ mit rund 1000 Wohnungen. Der Baustart erfolgt voraussichtlich 2018. Die früheren Siemens-Bürogebäude werden dann abgerissen. „Fünf davon stellt die Patrizia übergangsweise zur Verfügung“, so Ralf Lanzrath, Leiter des Projekts „PAT ART LAB“. Zudem finanziere das Unternehmen die Realisierung des Kunstprojekts.

„Ein Urban-Art-Projekt dieser Größenordnung hat es in der Region noch nicht gegeben“, sagt Lanzrath. So viele hochkarätige Künstler an einem Ort, „die in einer Art Freiluftkunstraum großflächige und exponierte Flächen zur freien Gestaltung vor sich haben“, das setze neue Maßstäbe. Besonders wichtig dabei: Die Aspekte der Teamarbeit und des Zusammengehörigkeitsgefühls innerhalb der weltweiten Street-Art-Szene. Künstler aus Deutschland, Österreich, Frankreich, England, Polen, den USA und Brasilien werden jeweils die Kopfseiten der Gebäude bemalen. Sie arbeiten während des einwöchigen Festivals gemeinsam, inspirieren sich gegenseitig, tauschen sich aus. Gleichzeitig setzen sie auf den abgegrenzten Flächen ihre ganz eigenen visuellen Vorstellungen um. Die Organisatoren gehen davon aus, dass die Weitläufigkeit des früheren Siemensgeländes die Arbeiten besonders in Szene setzt. Anders als in engen, innerstädtischen Straßenschluchten gibt es dort reichlich Platz, um zurückzutreten und die Bilder auf sich wirken zu lassen. „Angesichts der Größe der Arbeiten wird man nicht nur Betrachter sein. Man muss sich in Bewegung setzen, um die Kunstwerke in ihrer Gänze wahrnehmen zu können und wird somit zum aktiven Teilnehmer“, heißt es in einer Pressemitteilung von „PAT ART LAB“.

Geplant und umgesetzt wird das Festival von einem kleinen Team um den Künstler Daniel Man. Der gebürtige Londoner lebt und arbeitet in München. Er war einer der ersten Graffiti-Maler in Deutschland. Seine Werke waren unter anderem in einer Ausstellung im Lenbachhaus zu sehen. Zwischen den beteiligten Künstlern bestehen laut Lanzrath langjährige und zum Teil enge Verbindungen: Zum Beispiel gehörten Loomit, Stone Age Kids, Codeak und Daim ebenfalls der deutschen Graffiti-Bewegung der ersten Stunde an. Loomit holte bereits in den 90 Jahren die brasilianischen Zwillingsbrüder Otávio und Gustavo Pandolfo nach Deutschland. Diese, bekannt unter dem Namen OsGemeos, zählen zu den derzeit bedeutendsten Vertreter der StreetArt. Ihre Bilder sind weltberühmt und prangten unter anderen auf den Museen Tate Modern in London und MOCA in Los Angeles. In Obersendling dabei sind auch junge Künstler wie Sainer, Aryz, Okuda und jana&js. Sie sind ebenfalls längst keine Unbekannten: So gehöre Aryz zu den renommiertesten spanischen Streetart-Künstlern. Seine gigantische Wandmalereien können weltweit in vielen Städten bewundert werden.

„SCALE“ – was soviel bedeutet wie Maßstab, Ausmaß – wird kein einmaliges Ereignis bleiben. Geplant sind Widerholungen in wechselnden europäischen Städten. „Patrizia möchte damit Kunst im öffentlichen Raum fördern und zugleich bestehende Immobilienbestände beleben“, erklärt Lanzrath.

Hinzu kommt ein Benefiz-Gedanke: Es werden Kunstdrucke der Wandbilder verkauft. Sämtliche Erlöse fließen in die aktuellen Bauprojekte der Patrizia Kinderhaus Stiftung. Wer will, kann den Künstlern ab Montag, 26. Juni, eine Woche lang bei der Arbeit auf dem Campus an der Hofmannstraße 61 zusehen. „Das Gelände ist frei zugänglich“, so Lanzrath. Die Eröffnungsfeier ist am Freitag, 30. Juni, und beginnt um 20 Uhr.

Mehr Informationen gibt es im Internet auf www.scale-munich.com.

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