Rettet unsere Biergarten-Oase

Tannengarten: Bürger demonstrieren gegen Neubau

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Der Pavillon neben dem Gasthaus Spektakel in der Spitzwegstraße soll einem Neubau weichen –

München - Der Tannengarten ist seit über 100 Jahren eine grüne Oase der Gastlichkeit mitten in Sendling, das dazugehörige Wirtshaus Spektakel ein bodenständiger Stadtteil-Treffpunkt.

Nun soll ein Teil des Wirtshauses zugunsten eines Wohnhauses abgerissen werden, ganz Sendling bangt um sein kleines Paradies. Am heutigen Samstag demonstrieren die Stadtteilbewohner um 16 Uhr vor Ort gegen das Bauprojekt.

Ein wenig versteckt liegt sie, die „grüne Oase“, von der Rainer Klamt wie viele andere Sendlinger schwärmt. Schon 1889 wurde der Tannengarten an der Spitzwegstraße vom Brau-Löwen Georg Pschorr gegründet. Vorne an der Pfeuferstraße die Gaststätte im Erdgeschoss eines stattlichen Wohnhauses, hinten der Kastanien-Garten an der Spitzwegstraße. Seit 1911 verbindet ein Jugendstil-Pavillon Wirtshaus und Biergarten.

Der Biergarten ist ein beliebter Treffpunkt für viele Sendlinger.

Die Brauerei hat das Anwesen zur Jahrtausendwende an eine Sendlinger Hausverwaltung verkauft. Und die will nun den Pavillon abreißen lassen. An seiner Stelle soll ein Wohn- und Geschäftshaus mit sechs bis acht Wohnungen entstehen – so hoch wie das Vorderhaus. Für den Bau der Tiefgarage, in die mehr als 30 Autos passen sollen, müssten einige Bäume weichen. Künftig würden Zufahrt und Rampe Biergarten und Wirtshaus trennen. Drei Jahre soll der Bau dauern. „Ob dann das Wirtshaus wieder hinkommt, halte ich für sehr fraglich“, so Klamt, der den Pavillon für ein Baudenkmal hält.

Der Pachtvertrag des Seefelder Gastronomen Werner Ostheimer, der das Gasthaus mit viel Liebe eingerichtet hat, läuft vor dem geplanten Abriss aus. „Ich würde es gerne weiterbetreiben“, so der Wirt. Ob es dazu kommt, ist allerdings fraglich. Der Grundbesitzer war für die tz nicht erreichbar.

Die Sendlinger (kl. Foto) wollen am Samstag dagegen demonstrieren.

Ob die Lokalbaukommission den Bauantrag genehmigen wird, ist noch unklar. Sprecherin Karla Schilde: „Der Vorbescheid wird gerade den verschiedenen Dienststellen zugeleitet. Geprüft wird auch die Zulässigkeit der mehrgeschossigen Nutzungsweise, da es bisher nur einen eingeschossigen Anbau gibt.“ Auch soll geklärt werden, ob der Pavillon ein Baudenkmal ist. Der Bezirksausschuss setzt sich jedenfalls vehement für seinen Erhalt ein.

Johannes Welte

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