Das alte "Rüsselsheim" ist Geschichte

Elefanten mit Knalltüten auf Sprengung vorbereitet

München - Kawumm! Noch 150 Meter entfernt ist der Knall zu hören. Am frühen Freitagmorgen ist es in Thalkirchen heiß hergegangen.

Sprengmeister haben die Kuppel des Elefantenhauses in Hella­brunn in Schutt und Asche gelegt – Polizei und Tierpfleger in Alarmbereitschaft! Denn: Das alte Gebäude war einsturzgefährdet, jetzt muss grundlegend saniert werden. Neue Decke, aber alte (weil denkmalgeschützte) Wände.

Kawumm! In nur zwei Sekunden fällt die 300-Tonnen-Kuppel in sich zusammen.

Um7:32 Uhr ertönt ein langes Signal, dann zwei kurze Töne – und bumms! Nach einem dumpfen Knall um 7:33 Uhr hört man nur noch rieselnde Steine. 250 Kilo Sprengstoff in rund 2500 Bohrlöchern haben die 18 Meter hohe und 30 Meter breite Kuppel dem Erdboden gleichgemacht. Ergebnis: 300 Tonnen Schutt. Dank einwandfreier Planung und der Sicherheitsvorkehrungen des Teams um Sprengmeister Edi ­Reisch ist alles ohne Komplikationen geglückt. 1000 qm Sprengmatten, 5000 qm Vlies, ein 60 cm dickes Kiesbett, um die Erschütterung zu mindern – Sicherheit geht vor. Tierpark-Direktor Rasem Baban: „Die Außenmauer ist stehengeblieben und nur die Kuppel wurde gesprengt – hat also perfekt geklappt.“ Die Sanierung wird rund 15 Millionen Euro kosten, wovon die Stadt einen großen Teil übernimmt.

Das alte Elefantenhaus

Das alte Elefantenhaus ist seit Freitag Geschichte. Jetzt freuen sich die Dickhäuter auf das neue Heim, das 2015 fertig sein soll: Es wird heller und geräumiger – die Besucher können die Tiere auf zwei Ebenen beobachten.

Knalltüten zur Vorbereitung

Als es nebenanan krachte, war Andres Fries (51), Revierleiter vom Elefantenhaus, bei seinen Schützlingen: „Elefanten sind eher konvervative Tiere.“ Da der Baulärm schon mehrere Wochen anhielt, haben sich die Elefanten eh schon an laute Geräusche gewöhnt. Außerdem wurden sie mit Geräuschen (knallenden Semmeltüten und Musik) auf die Sprengung vorbreitet. „Sie haben sich völlig normal verhalten und ich gehe nicht davon aus, dass bleibende Schäden entstanden sind … Tiere sind da pragmatischer.“

Der Sprengmeister

Projektleiter Edi ­Reisch (l.) und Hellabrunn-Chef Rasem Baban.

Projektleiter Edi ­Reisch sagt: „Ein überzeugendes Ergebnis. Ich wüsste nicht, was man noch verbessern könnte. Es bestand zu keiner Zeit ein Risiko. Trotzdem bleibt ein gewisser Stress, da man soziale Verantwortung trägt – in diesem Fall für Mensch und Tier.“

Der Tierpark-Direktor

„Jedes Silvesterfeuerwerk ist mehr Stress für die ­Tiere als dieser kleine Wumms, der ja in zwei Sekunden vorbei war“, sagt Rasem Baban (48), der Direktor von Hellabrunn. „Die Sprengung hat pefekt geklappt. Durch den Regen hatten wir ja so gut wie keinen Staub – bestes Sprengwetter.“

Nina Farr

Rubriklistenbild: © Müller Marc/Tierpark Hellabrunn

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