Hellabrunn

Parkhaus am Tierpark: Streit um das mögliche Aus

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An der Siebenbrunner Straße soll ein Parkhaus entstehen.

Der Planungs-Stopp für das Parkhaus am Tierpark sorgt weiter für Ärger. Die CSU wirft ein, Bedenken der Verwaltung wegen des Naturschutzes seien schon lange bekannt. Die Grünen beklagen, der Zoo habe sinnlos Planungsgeld verpulvert.

München - Der Planungs-Stopp für das Parkhaus am Tierpark Hellabrunn sorgt für Frust und Freude gleichermaßen. Die Gegner jubeln, die Fürsprecher sind sauer. Die Bedenken der Verwaltung seien lange bekannt gewesen, sagt Wirtschaftsreferent und Bürgermeister Josef Schmid (CSU). Die Frage ist demnach, ob die Stadt Geld verschleudert hat. Die Grünen sind sich sicher: „Wären unsere Warnungen früher ernst genommen worden, hätte man Planungskosten in erheblichem Umfang sparen können“, sagt Stadträtin Katrin Habenschaden. 

Grüne: „Teures und unsinniges Projekt verhindert“ 

Dass Habenschaden und die Grünen keine Freunde des Projekts sind, ist hinlänglich bekannt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mitglied im Aufsichtsrat des Tierparks ist. „Wir werten es als politischen Erfolg unserer nicht nachlassenden Bemühungen, dass hier ein teures und unsinniges Großprojekt offenbar verhindert werden kann.“

Stadträtin Katrin Habenschaden (Grüne).

Wie berichtet, hatte der Tierpark eine Bauvoranfrage für das Parkhaus an der Siebenbrunner Straße gestellt. Von rund 1200 Stellplätzen ist die Rede. Das Planungsreferat hatte daraufhin verschiedene Bedenken geäußert, unter anderem wegen des Naturschutzes. Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Christine Strobl (SPD): „Der Tenor ging eher dahin, dass die Realisierung schwierig werden könnte.“ Strobl stoppte sodann die Planungen für das Projekt.

Dass Geld verpulvert worden sei, bestreitet sie. Denn bevor offiziell eine Bauvoranfrage gestellt werden kann, müssten bereits erste Planungsschritte erfolgen und finanziert werden. Wie viel Geld nun genau geflossen ist, war nicht zu erfahren. Es soll aber keine erkleckliche Summe sein. Und begraben ist das Projekt ja noch nicht. Der Aufsichtsrat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit den Einwänden der Stadt befassen. Tierpark-Chef Rasem Baban sagte unserer Zeitung: „Wir haben die Planungen gestoppt, weil es offene Fragen gibt. Das müssen wir neu bewerten. Das heißt aber nicht, dass das Parkhaus gestorben ist.“

„Der gegenwärtige Zustand ist keine Lösung“

Die CSU will an den Plänen jedenfalls festhalten. „Der gegenwärtige Zustand ist keine Lösung“, sagt Bürgermeister Schmid. „Wir kennen die Einwände der Verwaltung seit Jahren. Aber für uns waren sie in der Abwägung lässlich.“ Bauordnung und Bauplanungsrecht seien nicht immer eindeutig. „Es geht auch um Auslegungen und um die Frage, wie man das gestalten kann.“

Bürgermeister Josef Schmid (CSU).

Im Stadtrat hätte die CSU wohl eine Mehrheit mit der SPD, denn die Fraktion teilt Schmids Sicht. Die Partei derweil nicht. Landtagsabgeordneter Florian von Brunn gehört zu den größten Kritikern. Ein Parkhaus hat aus seiner Sicht keinen Sinn: „Wir haben relativ kleine Zufahrtsstraßen. Durch ein Mehrangebot an Stellflächen kommen mehr Autos. Das weiß jeder Verkehrsplaner. Wer das nicht anerkennt, lügt sich in die Tasche.“

Seit sechs Jahren wird geplant

Der Chef des Bezirksausschusses Untergiesing-Harlaching, Clemens Baumgärtner (CSU), ist derweil sauer, weil seit sechs Jahren geplant werde, nichts vorangehe und nun mit dem Argument des Naturschutzes ein Planungs-Stopp verhängt werde. Baumgärnter nämlich bezweifelt, dass es sich bei der fraglichen Fläche um ein Fauna-Flora-Habitat-Areal handelt. Aus dem Kartenmaterial des Landesamts für Umwelt gehe das jedenfalls nicht hervor.

Deutlich sei indes, dass die Parkplatz-Situation rund um den Tierpark gelöst werden müsse. „Es wird aber keine Alternative zum Parkhaus aufgezeigt.“ Die neue Buslinie X98 zähle jedenfalls nicht dazu. „Dass Familien mit Kindern und Kinderwagen mit der Bahn anreisen und am Hauptbahnhof umständlich in den Bus einsteigen, ist Wunschdenken, aber entspricht nicht der Realität. Die vom Tierpark erstellten Gutachten belegen das Gegenteil.

Lesen Sie hier: Kommentar: Mehr Geld für den ÖPNV als fürs Parkhaus

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