Völlig überraschend

Trauer in Hellabrunn: Clan-Chef der Gorillas tot

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Trauer im Affenhaus (l.): Clan-Chef Roututu (r.) ist völlig überraschend gestorben.

München - Die Gorillagruppe im Tierpark Hellabrunn trauert: Sie hat am Samstag - völlig überraschend - ihr Familienoberhaupt verloren: Roututu starb ohne vorhergehende Anzeichen einer Erkrankung.

Roututu, der Chef der Hellabrunner Gorilla-Familie, ist tot. Wie der Münchner Tierpark am Montag mitteilte, starb der 41-jährige Silberrücken am Samstagabend. Kurz nach der Fütterung sei der Gorilla zusammengebrochen, heißt es in der Mitteilung. Zoo-Tierärztin Christine Gohl versuchte vergebens, das mächtige Tier wiederzubeleben. Eine Obduktion ergab eine Herzbeuteltamponade als Todesursache: Aus noch ungeklärter Ursache war Blut in die feste Hülle geflossen, die den Herzmuskel wie ein Beutel umschließt. Binnen Sekunden verlor das Herz dadurch die Fähigkeit, Blut zu pumpen. Roututu, so die Mitteilung, „verlor beinahe augenblicklich das Bewusstsein und starb nach wenigen Minuten“.

Die anderen Gorillas hätten von dem Vorfall nichts mitbekommen, sagt Kuratorin Beatrix Köhler. Zur Fütterung werden die Tiere nämlich einzeln in ihre Schlafkäfige hinter den Kulissen gerufen.

Ein neuer Silberrücken soll nun im Verbund des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms gesucht werden. Damit will sich der Tierpark aber Zeit lassen. „Ein neuer Mann bringt vor allem für Mütter mit kleinen Kindern große Unruhe in die Gruppe“, erläutert Köhler. Bagira, die ranghöchste Gorilladame, und ihr im Februar 2013 geborene Tochter Nafi, sollten noch ein paar Monate ungestört bleiben. Erst im Lauf des kommenden Jahres soll deshalb ein neuer Chef ins Hellabrunner Gorilla-Gehege kommen.

Die Tierpark-Crew hat die Nachricht vom Tod des Silberrückens ebenso schockiert wie die Besucher. „Dieses Tier war eine echte, Achtung gebietende Persönlichkeit“, sagt der neue Zoodirektor Rasem Baban, der Roututu in seiner noch kurzen Amtszeit bereits ins Herz geschlossen hatte.

sc

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