Dreister Betrug

Üble KZ-Masche: Polizei jagt Betrüger-Opa (80)

München - Die Polizei warnt vor einem Senior namens Max Weiß. Er rührt andere Senioren mit schlimmen Geschichten aus dem Konzentrationslager zu Tränen – bis sie ihm Geld leihen!

Hilfebereitschaft älterer Mitbürger zielt! Die Polizei warnt vor einem grauhaarigen, nur 1,55 Meter großen Senioren, der sich Max Weiß nennt. Er gibt sich als angebliches Holocaust-Opfer aus und rührt andere Senioren mit seinen schlimmen Geschichten aus dem Konzentrationslager zu Tränen – bis sie ihm Geld leihen!

Mit diesem Trick entlockte Mann am Montag einer 89-Jährigen in Fürstenried mehrere tausend Euro. An der Haustür in der Engadiner Straße sprach der Mann sie an. Er stellte sich als jüdischer Mitbürger vor, der in der Schweiz lebe und in München in einen finanziellen Engpass geraten sei. Die Frau ging zunächst in ihre Wohnung, doch nach fünf Minuten stand Max Weiß vor ihrer Tür. Diesmal ließ sie ihn herein und hörte sich gerührt sein schweres Schicksal in der Nazi-Zeit an. Bald kam der Gast auf sein Problem zu sprechen. Er müsse beim Zoll 5000 Euro hinterlegen. Mit diesen Worten legte er der Rentnerin jede Menge „Goldschmuck“ auf den Tisch – als Pfand, bis er seine Schulden am nächsten Tag zurückzahlen werde. Darauf ließ sich die Rentnerin ein. Sie gab ihm mehrere Tausend Euro von ihrem Ersparten.

Doch die Tage vergingen und Max Weiß meldete sich nicht mehr. Da ahnte die Seniorin, dass sie einem Betrüger auf den Leim gegangen war. Der Verdacht bestätigte sich, als die Polizei den Schmuck prüfte. Alles nur billiger Modeschmuck ohne sonderlichen Wert. Die Seniorin weinte bittere Tränen: „Er war doch so nett …“

Die Polizei (Tel. 089/29 100, Kommissariat 65) bittet um Hinweise.

Dorita Plange

 

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion