tz-Stadtteil-Check: Note 2,55

Münchens grüner Süden

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München - In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,55.

Wo wohnen die glücklichsten Münchner? Wie beurteilen die Bürger das Angebot für Kultur, Kinder und Senioren? Wie sauber finden sie ihr Viertel – und wie sicher fühlen sie sich dort? Die tz wollte das und noch viel mehr im größten Stadtteilcheck Münchens wissen. 7000 Leser haben daran teilgenommen und Noten in 23 Kategorien vergeben. Ausgewertet hat sie der Lehrstuhl für Humangeographie und Geoinformatik an der Uni Augsburg. Die Studenten haben ihre Ergebnisse dann auch in den einzelnen Vierteln bei Recherchen und Umfragen in der Praxis überprüft. In einer Serie für alle 25 Stadtviertel stellt die tz jetzt die Ergebnisse vor. Diesmal sind wir unterwegs im 19. Stadtbezirk. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote von 2,55.

Münchens grüner Süden

Aus fünf mach eins: Thalkirchen, Ober­sendling, Forstenried, Fürstenried und Solln gehören alle zum Stadtbezirk 19. In unserem Stadtteil-Check hat das Gebiet insgesamt durchschnittlich abgeschnitten. Was sich aber durchzieht: Alle freuen sich über das viele Grün, das den Münchner Süden prägt. Zum Beispiel am Flaucher (oben auf dem großen Foto), aber auch abseits der Isar gibt’s viele nette Stellen.

Die Kehrseite der grünen Gemütlichkeit: Der Stadtbezirk fällt in Sachen Restaurants und Kneipen bei den Bürgern durch – da wünschen sich viele Befragte ein größeres Angebot. Und: Wer direkt an einer der großen Straßen wohnt, hat im Alltag nicht viel von den Isarauen. Das haben wir bei unserem Stadtteil-Check vor allem in Obersendling gespürt: Vielfach wurden dort Lärm und die hohe Verkehrsbelastung bemängelt.

Die vielen Gesichter des 19. Bezirks: Die Parkstadt Solln, das dörfliche Forstenried, die Trabantenstadt Fürstenried, Obersendling mit den Siemens-Werken und die Isarauen in Thalkirchen bilden zusammen ein lebendiges Ganzes. Die Isarauen in Thalkirchen sind dabei das Naherholungsgebiet. Die Leute direkt aus dem Viertel kommen zu Fuß her, gehen spazieren und entspannen sich. Und die Gäste von weiter weg haben ihren Spaß beim Floß- oder Schlauchbootfahren. Dazu die Freizeit-Standards: Joggen, Grillen, Baden im Maria-Einsiedel-Bad. Auch Tierparkbesuche im benachbarten Hellabrunn sind sehr beliebt (das Gelände auf der anderen Seite der Isar gehört offiziell zu Harlaching).

Ellen Heszheimer, Wirtin des Biergartens „Das Bootshaus“ (Zentralländstr. 16), sagt: „Es ist schön bei uns im Viertel. Man wohnt nett, die ­U-Bahn ist nah – und auch mit Kindern kann man hier super leben.“

Zu den prägenden Elementen gehören auch die 60er-Jahre-Bauten in Fürstenried. Die muss man zwar nicht zwingend schön finden, aufs Glück der Bewohner hat das in unserem Check aber keinen Einfluss.

Paula Pfitzer

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Fakten

Fläche in Hektar: 1776,84 ha

Einwohnerzahl: 87 271

Anteil der Kinder (unter 15 Jahre): 10 412

Anteil der Senioren: 19 718

Gründungsjahr: Thalkirchen: 1268, Obersendling: 1268, Forstenried/Fürstenried: 1166, Solln: 1005 erstmals erwähnt

Jahr der Eingemeindung nach München: Thalkirchen und Obersendling: 1900, Forstenried/Fürstenried: 1912, Solln: 1938

Grünfläche in Hektar: 194,11 ha

Anzahl der Krippenplätze: 667

Anzahl der Kindergartenplätze: 2048

Anzahl der Schulen: 18

Mir sind die Straßen zu laut

An Fürstenried gefällt mir besonders, dass alles, was ich brauche, in der Nähe ist. Es gibt genug Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und eine gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit meinem Stadtteil. Allerdings stört mich der Straßenlärm.

Margit Schwalb (71), Rentnerin, lebt seit 19 Jahren in Fürstenried

Mein Stadtteil-Tipp:

Das Restaurant Der Fürstenrieder in der Züricher Straße 35.

Einkaufen ist kompliziert

Ich schätze an meinem Stadtteil besonders das viele Grün und die Nähe zur Isar. Für ältere Leute sind allerdings die Einkaufsmöglichkeiten nicht gut, weil man meistens ein Auto oder Fahrrad braucht. Auch die Mieten sind verhältnismäßig hoch.

Helmut Wittenzeller (72), Rentner, lebt seit 1988 in Obersendling

Mein Stadtteil-Tipp:

Ganz klar: Der Augustiner Schützengarten in der Zielstattstraße.

Rundum gut versorgt

Am schönsten sind an unserem Stadtteil die Isarauen, besonders im Sommer. Leider sind die dann durch die vielen Besucher allerdings oft verdreckt. Wir haben hier alles, was wir brauchen: U-Bahn-Station für die schnelle Verbindung in die Innenstadt, Supermärkte, Cafés und Wirtschaften.

Dorothee Angerer, Sozialpädagogin, und Nino Ritschel (31), Artist, leben seit sechs Jahren in Thalkirchen.

Unser Stadtteil-Tipp:

Das griechische Restaurant ­Kyprios in der Emil-Geis-Straße 32 in Thalkirchen.

Tolle Gegend für Familien

Wir sind vor allem wegen der Kinder hergezogen. Hier hat man seine Ruhe und findet Entspannung. Trotzdem ist man schnell in der Innenstadt und hat alles um sich, was man so braucht. Allerdings könnte es mehr Möglichkeiten zum Weggehen geben und ein paar mehr Cafés und ­Restaurants.

Connie Baumgartner (45), Hausfrau, lebt seit neun Jahren in Fürstenried

Mein Stadtteil-Tipp:

Die Wildbeobachtungsstelle im Forstenrieder Park. Besonders für Kinder ist sie sehr zu empfehlen.

Termine

30.11 bis 1.12.2013

Adventsmarkt an der Kirche St. Johann Baptist in der Grünbauerstraße 6, Samstag von 14 bis 20 Uhr, Sonnstag von 9 bis 13 Uhr.

1.12.2013

Festliche Bläsermusik in der Apostelkirche München-Solln, Konrad-Witz-Straße 17, Beginn 17 Uhr.

16.12.2013

Film-Café: Der weiße Löwe.

Los geht’s um 14 Uhr im Alten- und Service-Zentrum Solln-Forstenried, Herterichstraße 58.

Die bisherigen Teile:

Obergiesing-Fasangarten: Wird die Zukunft grüner?

Schwanthalerhöhe: Das pure München

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Milbertshofen-Am Hart: Licht und Schatten

Laim: Münchens grüner Garten

Berg am Laim: Das Schlusslicht

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

Ludwigvorstadt-Isarvorstadt: Wo der Luxus wohnt

Aubing-Lochhausen-Langwied: Die Oase der Ruhe

Maxvorstadt: Die Kultur-Hochburg

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Altstadt-Lehel: Das Herz Münchens

Feldmoching-Hasenbergl: Vorurteile widerlegt

Sendling-Westpark: Ruhe und Radau

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