Darum will er nach Afrika

Dieser Münchner hilft in der Ebola-Hölle

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Wolfgang Schön wartet nun auf den Einsatzruf der Rot-Kreuz-Zentrale.

München - Vor ein paar Tagen erzählt Wolfgang Schön (36) seine Mutter etwas, was wohl keine Mama gerne hört: „Ich werde ins Ebola-Krisengebiet nach Afrika gehen. Mach dir aber keine Sorgen.“

Letzteres tut seine Mutter natürlich trotzdem. Aber der Thalkirchener, der seit seinem 15. Lebensjahr ehrenamtlicher Helfer beim Bayerischen Roten Kreuz ist, will helfen. „Die Menschen dort brauchen uns jetzt. Ich muss das tun.“ Seine Mutter nickt.

Eine Reise ins gefährlichste Gebiet der Welt: Schön ist einer von 65 Helfern, die das Deutsche Rote Kreuz ausgewählt hat, um in den nächsten Tagen die Reise nach Liberia oder Sierra Leone anzutreten. Dort tobt das Virus am schlimmsten, kostete schon Tausenden das Leben. „Noch weiß ich nicht, wo es genau hingeht, das wird man mir kurz vorher mitteilen“, so der Münchner. Was genau ihn für dieses Einsatz qualifiziert? Schön, der eine Umzugsfirma besitzt, ist Experte für Wasseraufbereitungsanlagen. Zudem weiß er genau, wie medizinische Lager aufgebaut werden. Er war damals auch in Haiti im Einsatz, als das Karibik-Land von einem Erdbeben heimgesucht wurde. „Ich bin dann nochmal hin, als später überall die Cholera ausbrach.“ Sauberes Wasser war da Mangelware und lebensrettend.

Aus seiner mutigen Entscheidung, nach Afrika zu reisen, will der Rotkreuzler kein großes Ding machen: „Ich weiß, dass Motorradfahren weitaus gefährlicher ist. Ich wurde vom Roten Kreuz nun zwei Tage genau geschult, wie das Virus übertragbar ist, wie wir unsere Schutzanzüge anzulegen haben, auf was wir genau achten müssen – ich bin sicher, dass alles gut geht.“ Man müsse einfach immer voll konzentriert alle Regeln einhalten.

Ein medizinisches Lager für die Ebola-Erkrankten in Afrika: Wolfgang Schön soll so ein Camp errichten.

Sein Grund, dort hinzugehen ist so simpel wie plausibel – und dennoch selbstlos: „Es ist ein großartiges Gefühl, wenn du mit deiner Arbeit direkt das Leben von Menschen retten kannst.“ Hat er einen Glücksbringer dabei? „Sowas Ähnliches. Fotos von Freunden. Die hänge ich immer in meinem Zelt auf. Es ist die Verbindung nach Hause.“ Sonst gibt es im Lager nur Satellitentelefon. Von dort wird Schön hoffentlich seine Mutter anrufen, um zu sagen: „Mama, alles in Ordnung!“

Armin Geier

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