Theater-Baustelle: Nach dem Brand geht's voran

+
Im April 2013 sollen hier wieder Besucher sitzen – kaum zu glauben, schließlich sieht es derzeit im Zuschauerraum noch ziemlich wüst aus

München - Das Einzige, was jetzt noch an das Feuer im Deutschen Theater erinnert, ist leichter Brandgeruch im Zuschauerhaus. Wir nehmen Sie mit auf einen Blick hinter die Kulissen. Es geht voran.

Das ist mal ein echter Blick hinter die Kulissen. Hier sehen Sie Fotos vom alten, bald neuen Deutschen Theater. Der Münchner Merkur durfte am Donnerstag die Baustelle besichtigen. Das heißt: zunächst einmal den Innenhof.

Und da findet man kaum Platz, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Da stapeln sich Zementsäcke, da stehen Container im Schutt herum. „Es ist ein Haus im Hinterhof – die schwierigste Baustelle, die es gibt“, sagt Projektleiter Reno Woyczyk. „Die Feuerwehr konnte hier nicht reinfahren, sie musste ihre Geräte von draußen reintragen.“

Nach dem Brand: So sieht es im Deutschen Theater aus

Ja, der Brand. Am Montag hatte er die Öffentlichkeit alarmiert: Bei Lötarbeiten am neuen Kupferdach war ein Feuer im Dachstuhl ausgebrochen. Das Dach musste auf einer Fläche von 60 Quadratmetern aufgesägt werden.

Das Einzige, was jetzt noch an das Feuer erinnert, ist leichter Brandgeruch im Zuschauerhaus. Oben ab dem zweiten Rang nimmt man ihn wahr. Doch auf dem Dach ist bereits eine provisorische schwarze Plane verlegt, innen sieht man gar nichts mehr. „Unsere Arbeiter konnten der Feuerwehr gezielt sagen, wo sie hin muss“, sagt Rainer Gebhart, der Geschäftsführer der Deutschen Theater Grund- und Hausbesitz GmbH. „Das war wichtig gerade wegen der Nähe der Brandstelle zum historischen Silbersaal.“ Durch die Löscharbeiten seien keine Schäden entstanden.

Der Rest sei Sache der Versicherungen. Für abschließende Äußerungen müsse man deren Gutachten abwarten. „Das kann bis zu vier Wochen dauern“, sagt Woyczyk. Allerdings, so Gebhart, sei der Stadt kein finanzieller Schaden entstanden – nur der ausführenden Baufirma. Man werde das Dach bis zum Winter erneuern können. „Kein Thema“ also, beteuern die Verantwortlichen. Und zeigen her, was sich sehen lassen kann. Etwa das Zuschauerhaus, in das bereits Haus- und Bühnentechnik eingebaut ist. Es geht voran – eine gute Nachricht angesichts einer Baugeschichte mit vielen Pannen.

Im Frühjahr 2013 soll der Theaterbetrieb in der Schwanthalerstraße wieder losgehen – bis dahin gibt’s das Ausweichquartier in Fröttmaning.

Johannes Löhr

auch interessant

Meistgelesen

Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt

Kommentare