Fußball, Volleyball, Skaten

Theresienwiese: Reiter plant Spiel-Wiesn

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Da gibt’s richtig viel Platz - und auch viele Ideen, was man damit alles anfangen könnte: die Theresienwiese

München - Oktoberfest, Frühlingsfest, Public Viewing: Die Theresienwiese ist immer wieder Schauplatz für Groß­ereignisse. OB-Kandidat Dieter Reiter (SPD) will jetzt eine Spiel-Wiesn einrichten.

Oktoberfest, Frühlingsfest, Public Viewing: Die Theresienwiese ist immer wieder Schauplatz für Groß-ereignisse. Die Nachbarn hätten’s zwischendrin allerdings gern ein bissl kleiner - sie fordern seit Jahren mehr Theresienwiese für die Münchner. Wirtschaftsreferent und OB-Kandidat Dieter Reiter (SPD) will das ermöglichen: Jetzt kommt die Spiel-Wiesn!

Die Behörde greift einige der Trimm-dich-Vorschläge von Bezirksausschüssen, Bürgerversammlungen und örtlichen Stadträten auf. Volleyballfeld? Standort wird gesucht. Fitnessparcours? Wird mit dem Sportamt gemacht. Durchgehender Rundweg direkt auf der Wiesn? Soll kommen, damit Jogger nicht mehr die Hänge hochhecheln müssen. Der Stadtrat wird sich in den nächsten Wochen damit befassen.

Basketball, Kicken und Skaten werden auf der neuen Spiel-Wiesn endlich ganzjährig möglich sein. Die vorhandenen Körbe, Tore und die Skate-Anlage sollen weiter in den Süden verlegt werden, damit die Stadt sie nicht mehr schon im Sommer fürs Oktoberfest abbauen muss. Künftig soll der 100 000-qm-Schotterrasen im Südteil auch zum Rewe-Family-Fest frei bleiben. Auch der Nordteil soll schöner werden: Die Stadt will ein Parkpflegewerk erstellen - da geht es um Grünflächen, Beleuchtung und Sichtachsen. Die Bavaria soll als Blickfang aus allen umliegenden Straßen zu sehen sein. Das Lichtkonzept soll gedämpft ausfallen.

Eine grüne Oase wird die Theresienwiese aber nie werden. „Der Nordteil war 2012 an 236 Tagen belegt“, sagt Reiter. Und: „Die Veranstaltungen lassen eine wesentlich andere Gestaltung der Fläche nicht zu.“ Auch anderen Forderungen erteilt der Wirtschaftsreferent eine Absage: Eine Kneippanlage und eine Eisbahn wird es nicht geben, eine Verkürzung der Veranstaltungen lehnt Reiter ab. Neue Wege vom Bavariapark aus hält das Planungsreferat nicht für notwendig - und bei Tempo 30 hinter der Bavaria will das KVR nicht mitmachen. Einer der wichtigsten Forderungen der Nachbarn ist Reiter kürzlich entgegengekommen: Während des Wiesn-Aufbaus bleiben zwei Trassen bis Mitte und Ende August offen.

Die Bezirksausschüsse halten sich noch zurück: Auf der Schwanthalerhöhe hat das Gremium mit einem Fragenkatalog an Reiter reagiert. Reiters Parteigenosse und Stadtteil-Chef Ludwig Wörner (SPD) hält ohnehin noch „relativ wenig“ von dem Plan: „Die Theresienwiese gehört allen Münchnern und nicht dem Wirtschaftsreferenten.“

Das sieht auch die Rathaus-Opposition so, aber aus anderen Gründen: Die CSU ärgert sich immer wieder, dass der Wirtschaftsreferent das Oktoberfest zum Wahlkampf für seine OB-Kandidatur nutzt - und dass die Theresienwiese nicht seine Spiel-Wiesn sei. Reiter weist das immer weit von sich. Mit breitem Lausbuben-Grinsen.

David Costanzo

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