Feilschen auf der Theresienwiese

Heute Riesen-Flohmarkt: Das müssen Sie wissen

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Der ganz normale Trödel-Wahnsinn: Am ersten Frühlingsfest-Samstag verwandelt sich die Theresienwiese wieder in den Riesen-Flohmarkt des BRK.

München - Heute ist es wieder soweit: Riesenflohmarkt auf der Theresienwiese in München.  Die Auswahl: riesig. Der Trödel: legendär. Die Theresienwiese: voll. Der Riesen-Flohmarkt des BRK am ersten Frühlingsfest-Wochenende ist Kult. Am Samstag, 18. April 2015, ist es wieder so weit.

Früh aufstehen muss man - sehr früh. Und das an einem Samstag. Trotzdem machen die Flohmarkt-Fans am ersten Frühlingsfest-Wochenende eine Ausnahme. Denn am Samstag, am 18. April 2015, steigt er wieder - der Riesen-Flohmarkt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) auf der Theresienwiese. Ein wahrer Trödel-Wahnsinn.

2014 kamen 80.000 Besucher zum Riesen-Flohmarkt

Ab 7 Uhr startet der Verkauf, bis dahin haben die Trödel-Experten ihre Stände längst aufgebaut. Zum Teil schon Tage vorher werden die ersten Plätze belegt. Im Schnitt gibt es rund 2000 Stände. Im vergangenen Jahr hatte das BRK mit bis zu 20.000 gleichzeitig anwesenden Besuchern gerechnet. Am Ende verkündete die Polizei, dass 80.000 Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet zum Schnäppchenjagen nach München gepilgert sind. Auch in diesem Jahr rechnet das BRK mit ähnlichen Zahlen. "Wie viele Besucher und Aussteller tatsächlich kommen, ist in erster Linie vom Wetter abhängig", sagt Peter Behrbohm vom BRK.

Einen Ausreißer nach unten gab es 2013: Kälte, Wind und Regen ließen den Flohmarkt schlicht ins Wasser fallen. Absagen mussten die Veranstalter ihren Riesen-Flohmarkt aber noch nie. Dafür müsste es schon richtig ungemütlich werden: "Nur bei starkem Unwetter mit Sturm müssen wir das Gelände räumen", sagt Behrbohm.

Großes Trödel-Angebot auf dem Riesen-Flohmarkt

Umso voller sollten die Keller und Rumpelkammern der Münchner jetzt sein -  und umso größer und vielfältiger das Angebot. Für viele Besucher der Hauptgrund, über den Riesen-Flohmarkt auf der Theresienwiese zu bummeln. Wo findet man sonst schon Omas Kaffeemühle neben Papas schrillen 70er-Jahre-Klamotten und der mehr oder weniger kostbaren Vase aus dem letzten China-Urlaub. Über deren Wert darf dann nach Herzenslust gefeilscht werden.

Flohmarkt-Fans tauschen sich im Internet aus

Die Begeisterung für den Riesen-Flohmarkt spiegelt sich auch in einschlägigen Internet-Foren wider. Verkäufer diskutieren über die beste Stand-Platzierung, Käufer tauschen Tipps für die Schnäppchen-Jagd aus. Über 5000 Fans haben auf der Facebook-Seite "Flohmarkt Theresienwiese" schon für Samstag zugesagt. Auf dem Online-Empfehlungsportal Yelp geben etliche Flohmarkt-Fans ihre Erfahrungen mit dem Mega-Trödel weiter:

"Ich bin der totale Fan! Das ist mal ein Flohmarkt, wo sehr viele coole, junge, fetzige Leute einkaufen und verkaufen", schreibt zum Beispiel die Münchnerin Natalie W. "Dieser Flohmarkt lockt mich jedes Jahr wieder an! Leider findet er nur einmal jährlich statt, aber das macht ihn vielleicht auch so besonders", meint Bibbi L. aus München. Einen Schnäppchen-Tipp hat sie auch noch auf Lager: "Wartet bis kurz vor Ende und geht dann nochmal über den Flohmarkt, denn dann kann man natürlich die Preise enorm drücken."

Infos und Tipps zum Riesen-Flohmarkt

Auch auf der offiziellen Internet-Seite des Frühlingsfests gibt es mittlerweile eine ganze Reihe an Tipps für den Riesen-Flohmarkt. Hier die Infos in Kürze:

  • Wie lange dauert der Flohmarkt? Der Verkauf beginnt um 7 Uhr und endet um 16 Uhr. Um 16.30 Uhr müssen dann die Stände bereits wieder abgebaut sein. Nicht verkaufte Ware muss wieder mit nach Hause genommen werden. Gleiches gilt für anfallenden Müll.
  • Ist eine Anmeldung oder Reservierung notwendig? Eine Anmeldung ist nicht möglich. Das BRK formuliert es so: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." Bei Standreservierungen drückt der Veranstalter aber ein Auge zu. Das Besetzen eines Platzes ist dabei bereits unter der Woche möglich. Das Anbringen von Farbmarkierungen oder Absperrungen ist aber verboten. Zudem müssen die Plätze am Samstagmorgen um spätestens 6 Uhr eingenommen werden, sonst darf der Stand von anderen geräumt werden.
  • Wann darf aufgebaut werden?  Die Bestückung der Stände ist bereits am Freitag ab 16 Uhr möglich. Der Verkauf ist allerdings noch verboten!
  • Haben Nachzügler überhaupt noch die Chance auf einen Platz? Für alle, die erst am Samstagmorgen kommen können, hält das BRK noch etwas Platz frei. "Wir geben am Samstagmorgen eine zusätzliche Flohmarktfläche hinter unserer Einsatzzentrale frei, um Nachzüglern zu helfen", sagt Behrbohm. Gleichzeitig gibt er aber zu: "Bei schönem Wetter werden aber nur wenige Aussteller am Samstagmorgen noch Platz finden. Durch die jährlich steigende Nachfrage reisen immer mehr Aussteller früher an. Dies können wir aber nicht verhindern oder unterbinden." Also: Früh da sein!
  • Was darf verkauft werden? Laut BRK alle Waren, "die in einem Haushalt üblich sind oder sich im Laufe der Zeit zu Hause angesammelt haben". Nicht erlaubt sind: Neuwaren, Großmöbel, Kraftfahrzeuge oder Kfz-Teile, Lebensmittel, Tiere, Pflanzen, Kriegsspielzeug und Waffen sowie gewaltverherrlichende oder pornographische Schriften und Filme.
  • Wer darf verkaufen? Menschen aller Altersgruppen dürfen mitmachen, gerne auch Kinder mit ihren Eltern. Nur gewerbsmäßige Händler bleiben ausgeschlossen.
  • Wie dürfen die Waren angepriesen werden? Der Verkauf darf nur mit der eigenen Stimme angekurbelt werden. Technische Hilfsmittel wie Mikrofone und Lautsprecher sind nicht erlaubt.
  • Was kostet der Trödel-Spaß? Für Besucher ist das Flohmarkt-Vergnügen komplett kostenlos. Verkäufer zahlen pauschal 15 Euro pro Stand (Tapeziertisch). Jeder weitere Quadratmeter oder laufende Meter (zum Beispiel bei Kleiderstangen) schlägt mit fünf Euro extra zu Buche. Die Einnahmen kommen dem BRK zu Gute.
  • Wie sieht es mit Autos aus? Autos haben auf der Theresienwiese nichts zu suchen. Es gibt aber einen kostenpflichtigen Parkplatz am Festgelände (fünf Euro pro Tag). Auch beim Aufbau dürfen keine Autos auf die Wiese eingefahren werden.
  • Gibt es Toiletten? Ja. Damit auch im größten Getümmel jeder den Weg auf's stille Örtchen findet, sind sie mit schwebenden weißen Luftballons gekennzeichnet.

Frühaufsteher- und Last-Minute-Schnäppchen

Sogar Tipps zum Feilschen gibt der Veranstalter an Flohmarkt-Neulinge weiter. Zwei Zeitpunkte sollten sich Schnäppchen-Jäger vormerken: Ganz früh am Morgen, "denn hier ist die Auswahl riesengroß und die Verkäufer sind oft noch ein wenig müde und schlaftrunken". Oder kurz vor Schluss, wenn die Verkäufer ihre Sachen einpacken müssen und sich noch schnell von dem einen oder anderen Stück trennen möchten anstatt es wieder nach Hause zu schleppen. Nachteil: "Die besten Stücke sind da garantiert schon weg."

Riesen-Flohmarkt: Hoffen auf gutes Wetter

Bleibt nur noch das Wetter abzuwarten. Sonnig, nicht zu kalt und nicht zu heiß sollte es sein - optimales Schnäppchen-Wetter eben. Damit möglichst viele Besucher über die Theresienwiese bummeln. Und sich das frühe Aufstehen am Samstag auch wirklich lohnt.

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