Neue Pläne nach Aus seines Buchladens

Thomas Goltz ist 67 und will Pflegekraft werden

+
Für das BRK fährt Thomas Goltz jeden Tag Essen auf Rädern aus.

München - Thomas Goltz hat seinen Buchladen in der Türkenstraße vor drei Jahren schließen müssen. Rumsitzen ist nicht sein Ding. Er hat einen anderen Plan: Pfleger werden.

Umtriebig könnte man Thomas Goltz nennen. Nein, einfach nur jeden Tag tatenlos Rumsitzen ist nicht sein Ding. Auch nicht als Rentner und auch nicht nach dem Aus seines Ladens. Im Dezember 2012 musste der 67-Jährige seine bekannte Buchhandlung in der Türkenstraße dicht machen (tz berichtete). Nach 150 Jahren. Zu groß war der Konkurrenzdruck. Und heute? Heute fährt der Literaturkenner in Rente für das Rote Kreuz Essen auf Rädern aus.

„Ich muss irgendwas tun und helfe gerne anderen.“ Und genau deshalb fasste Thomas Goltz vor wenigen Tagen einen Entschluss. „Jetzt will ich Pfleger werden – es gibt doch in dem Bereich einen absoluten Notstand!“ Als Rentner in die Pflege – geht das? „Klar“, sagt Hans Kopp von der Seniorenhilfe der Arbeiterwohlfahrt in München. „Wir empfehlen aber generell erst einmal einen Basiskurs zu belegen. Am besten als Demenz-Betreuer.“ Dieser dauert 160 Einsatzstunden und man lernt dort alles, was man an Grundkenntnissen benötigt, um pflegebedürftigen Senioren helfend zur Seite stehen zu können. Bezahlt wird dies monatlich meist auf 450-Euro-Basis. Kopp: „Das ist ein guter Einstieg.“

Goltz: "Ich will einfach etwas Sinnvolles tun"

Genau so etwas stellt sich Thomas Goltz auch vor. „Ich will ja jetzt nicht examinierte Pflegekraft werden – da dauert die Ausbildung ja drei Jahre. Zudem traue ich mir das gar nicht zu. Sondern ich will einfach etwas Sinnvolles tun, aber nicht nur als Voll-Laie.“ Alleine in seinem Freundeskreis kennt Goltz mehrere Senioren, die dringend Unterstützung brauchen.

„Beim Einkaufen, bei Hausarbeiten oder nur um mal raus an die frische Luft zu kommen.“ Reich wird man als Pflegehelfer nicht, aber darum geht es Thomas Goltz auch nicht. „Ich habe derzeit gut 1100 Euro im Monat zur Verfügung. Da kann ich den Extra-Lohn zwar zweifelsohne gut brauchen, aber mir ist auch wichtig, nicht nur über Probleme zu reden – sondern auch etwas dagegen zu tun.“

Bei der AWO wäre der Buchhändler jedenfalls willkommen. „Nach dem Pflege-Basiskurs würden wir sicher eine tolle Aufgabe für Herrn Goltz bei uns finden“, ist sich Hans Kopp sicher. „Schon allein wegen seines literarischen Wissens.“

Armin Geier

Auch interessant

Meistgelesen

Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
An die ignoranten Münchner, die ihre Hunde frei laufen lassen
An die ignoranten Münchner, die ihre Hunde frei laufen lassen

Kommentare