Thommy an Münchner Uni

Gottschalk: RTL ist der letzte Versuch

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Pssst, hier kommt der Altmeister: Thomas Gottschalk an der Hochschule für Philosophie

München - Thomas Gottschalk hält an der Hochschule für Philosophie eine Gastvorlesung. Florian Silbereisen wurde zwar nicht beleidigt, dafür sprach er über sein geplantes Comeback.

Bei der letzten Veranstaltung dieser Art gab es einen kleinen Skandal: Während einer Gastvorlesung an der Uni Heidelberg hatte Thomas Gottschalk seinen Kollegen Florian Silbereisen als „größten Irrtum in der Fernsehgeschichte“ bezeichnet. Er entschuldigte sich anschließend öffentlich – und nahm sich vor, dass ihm so etwas nicht noch einmal passiert.

„Ich bin hier heute mehr oder weniger auf Zehenspitzen unterwegs“, erklärte Thommy denn auch am Freitag in Anspielung auf die Silbereisen-Geschichte, als er hier in München in der Hochschule für Philosophie an der Kaulbachstraße auftrat. Er war zu Gast in der Vorlesungsreihe des langjährigen ZDF-Intendanten Markus Schächter, der mit dem Entertainer über das Showbusiness im Zeitalter von Netz 2.0 sprechen wollte. Unter den etwa 200 Zuhörern: Studenten (viele durchaus höheren Semesters), Dozenten und Gäste wie der Unternehmer und „Motivator“ Erich Lejeune.

Und in der Tat: Gottschalk kam betont ernst daher, plauderte mit seinem Freund Schächter über altes und neues Fernsehen, über Wetten, dass..? als Lagerfeuer, Highlights wie den Auftritt von Marcel Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis 2008, TV in Zeiten von Youtube und Facebook und sein Scheitern in der ARD. So weit. So bekannt.

Spannend wurde es, als es um Gottschalks neue Shows bei RTL ging. Der Wahl-Amerikaner hat kürzlich einen Exklusivvertrag mit dem Kölner Privatsender geschlossen („Ich habe dort nicht vor der Tür gestanden und mit den Hufen gescharrt“) und wird dort unter anderem mit Günther Jauch eine gemeinsame Sendung präsentieren, die nach einer Mischung aus Joko & Klaas und Schlag den Raab klingt – gemacht durchaus nicht für das ganz junge Publikum.

„Ich und Günther gegen Andere – relativ schlicht und einfach, wie alles“, beschrieb Gottschalk, vor einigen Tagen 63 Jahre alt geworden, das Konzept. „Günther Jauch ist in der Lage, mit mir gemeinsam ein Rollenspiel zu übernehmen“, so Thommy. „Ich weiß, dass ich mit Günther funktioniere und ich weiß, dass da mehr kommen muss, als dass wir zwei Mikrofone in die Hand nehmen und sagen: Jetzt wird’s lustig.“

So ähnlich hätte er das übrigens auch gerne mit Dieter Bohlen beim Supertalent gespielt. Aber das sei – erkannte Gottschalk in einem seltenen Moment der öffentlichen Selbstkritik – schlicht nicht geglückt.

Wie die Shows, die er für RTL alleine bestreiten wird, aussehen könnten – dazu wollte sich der einstige Gottvater der TV-Unterhaltung nicht weiter äußern. Nur soviel: „Ich kriege da weniger als beim ZDF, aber ich bin ja auch im Sommerschlussverkauf.“ RTL sei für ihn so etwas wie „der letzte Versuch“. Danach sei es dann auch mal gut. Um sein Lebenswerk, so scheint’s, macht er sich jedenfalls keine Sorgen. „Ich habe so viel Schwein gehabt“, sagte er zum Schluss, „notfalls schaue ich den Rest des Lebens in den Rückspiegel."

Stefanie Thyssen

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