RTL-Soap-Star wurde zwangsgeräumt

Der tiefe Fall der Fernseh-Putzperle

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2013: Michaela von Schabrowsky, ehemals die Raumpflegerin der RTL-Dokusoap „Hausputz!“ beim Ausräumen ihrer Wohnung in Neuperlach.

München - Mit viel Witz und Herz wirbelte Super-Hausfrau Michaela von Schabrowsy jede Menge Staub für die beliebten RTL-Doku-Soaps Hausfrauenstreik und Hausputz. Jetzt wurde sie zwangsgeräumt.

Temperament, Emotion und Spaß waren garantiert, wenn die resolute Super-Perle mit den feuerroten Haaren und dem extravaganten Kleidungsstil zur Rettung des Familienfriedens anrückte.

2006: Von Schabrowsky machte in der RTL-Doku „Hausputz“ verlotterte Wohnungen wieder rein

Doch ihre Fernseh-Karriere als Deutschlands vergnügteste Putzperle währte nur kurz. Falsche Freunde, schlechte Berater und Fehler in der Finanzplanung trieben die 61-Jährige in den Ruin. Ihr Leben geriet aus den Fugen. Der absolute Tiefpunkt: Räumungsklage. Mittwochfrüh um 8 Uhr warf die Gerichtsvollzieherin sie aus ihrer Wohnung in Neuperlach. Damit stand Michaela von Schabrowsky mit ihren beiden Malteser-Hündchen Butterfly (3) und Sissy (5) auf der Straße. Die Frau, die ihr Leben lang als staatlich geprüfte Hausgehilfin in erstklassigen Haushalten gearbeitet und immer so gern den anderen geholfen hat, weiß sich gerade selbst nicht mehr zu helfen.

Die Sorgen der vergangenen Jahre haben Spuren hinterlassen in ihrem früher stets so fröhlichem Gesicht. Die hauptamtliche Optimistin weint heute oft, für den Friseurbesuch war schon lange kein Geld mehr übrig. „Ich habe Fehler gemacht, den falschen Leuten vertraut.“ Ihre einzigen Gefährten: Die Malteser-Hündchen Butterfly und Sissy, von denen sie sich unter gar keinen Umständen trennen würde: „Eher würde ich unter der Brücke erfrieren.“

Einen Vorgeschmack vom Leben ohne Obdach bekam von Schabrowsky in der Nacht vor der Zwangsräumung. „Mir ist die Tür zugeschlagen worden, als ich in den Keller ging. Nachbarn gaben mir eine Decke. Damit habe ich dann die Nacht im Treppenhaus verbracht.“ Früh um 8 Uhr erschien dann eine sehr junge, sehr genervte Gerichtsvollzieherin, die die völlig überforderte Michaela von Schabrowsky barsch zur Eile trieb: „Ich hatte doch nichts packen können.“

Als ihr jemand ohne zu fragen in die Handtasche griff und den Haustür-Schlüssel vom Bund abmachte, fühlte sie sich gedemütigt – wie damals, „als sich vier Männer in meiner Abwesenheit Zutritt zur Wohnung verschafften, alles durchwühlten und meine wenigen Wertgegenstände pfändeten. Da fühlt man sich wie der letzte Dreck.“

Wie es soweit kommen konnte, versteht von Schabrowsky heute selbst nicht mehr. „Mit dem Geld von RTL wollte ich mich als Schürzen-Designerin selbständig machen. Ich hatte viele Pläne, aber es hat nicht geklappt.“ Bald türmten sich die Schulden. Die Aussichtslosigkeit nahm ihr jede Kraft.

Trotz allen Unglücks geschah aber auch ein kleines Wunder. Mitarbeiter des Sozialreferats der Stadt brachten Schabrowsky vorerst im Clearinghaus (siehe tz-Stichwort) des Katholischen Männerfürsorgevereins in Sendling unter. Dort bewohnt sie nun ein geräumiges Einzimmer-Apartment mit Küchenzeile und Bad. Und: Sissy und Butterfly durften mit! „Dafür bin ich sehr dankbar. Wir drei gehören zusammen.“ Ihre erste Tat: „Ich habe das Zimmer schön sauber gemacht. Das war notwendig.“

Mittlerweile hat sie auch wieder den Mut gefunden, ihr Leben zu ordnen: „Ich werde alle Ämterwege erledigen, vor allem schnell eine kleine Wohnung suchen, wenn nötig den Weg der Privat-Insolvenz gehen. Mein Leben geht weiter und ich werde es schaffen – irgendwie.“

Dorita Plange

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