Tierheim Riem schlägt Alarm

Sie sind der Welpen-Mafia entkommen

+
Tierheimchefin Sandra Giltner und drei ihrer Gäste: Pinscher-Rüde Pinocchio, Poermanien-Spitz-Dame Nanni und Yorkshire-Mischling Marie suchen ein neues Zuhause.

München - Auf das Tierheim Riem kommen immer größere Probleme zu. Illegale Machenschaften der Welpen-Mafia sorgen dafür, dass die Vierbeiner früh von ihren Müttern getrennt werden - ungeimpft.

Sie sind so süß – und sie haben eine so bittere Geschichte hinter sich... Wir sehen drei junge Hunde, derzeit in der Obhut des Tierheims Riem. Sie sind Opfer der Welpen-Mafia, sie waren die Ware in einem üblen, üblen Geschäft. Und: Es dürfte eher noch schlimmer werden, die Fälle von illegalem Welpenhandel häufen sich. Das Tierheim rechnet mit einem Anstieg von bis zu 200 Prozent in den nächsten Jahren.

Die Masche ist immer die gleiche: Welpen werden aus Geldgier viel zu früh von ihrer Mutter getrennt. Dadurch fehlen ihnen wichtige Abwehrstoffe, die in der Muttermilch enthalten sind. Die so ohnehin schon geschwächten oder gar kranken Tiere werden oft tagelang unter schrecklichen Bedingungen transportiert.

Zusätzliches Problem: Sie können noch gar nicht alle wichtigen Impfungen haben – dafür müssten sie mindestens drei Monate alt sein und dann nochmal eine Quarantäne-Frist abwarten.

Tierschützer protestieren am Odeonsplatz

Deutschland gilt bislang als tollwutfrei. Damit das so bleibt, müssen strenge Vorschriften eingehalten werden. Das bedeutet für illegal gehandelte Welpen bis zu sechs einsame Monate Tollwut-Quarantäne in isolierten Zwingern.

Um die Lage zu verbessern, demonstrieren Mitglieder des Tierschutzvereins am Donnerstag (16 Uhr) am Odeonsplatz. Es geht um das so genannte Verbandsklagerecht.

Im Tierheim wird der Platz knapp

Eingang des Tierheims

Das Tierheim hat derweil noch ganz andere Sorgen. Das in die Jahre gekommene Quarantänegebäude verfügt über zu wenig Platz. Deshalb ist jetzt klar: Ein neues Gebäude muss her! Wie der Verein das finanzieren soll, weiß er selbst nicht. Deshalb sei Unterstützung vom Staat besonders wichtig!

G. Barrios

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kommentare