Stadt soll 270.000 Euro mehr zahlen

Bald gibt's ein Drittel mehr Geld fürs Tierheim

Das geplate neue Katzenhaus.

München - Mausi, Hasso und Bubi dürfen sich freuen: Die Stadt will dem Tierheim einen viel saftigeren Brocken geben. Der Beitrag soll über ein Drittel steigen.

Statt 490 000 Euro pro Jahr soll der Steuerzahler künftig 760 000 Euro überweisen, sagte Bürgermeisterin Christine Strobl der tz. Dazu kommt eine halbe Million Euro für das neue Katzenhaus. Die Parteien wollen am Dienstag im Stadtrat zustimmen. Hund, Katze und Maus sind den Münchnern nicht nur lieb, sondern auch teuer. Der Tierschutzverein fordert langfristig noch mehr – und sorgt mit einem Vergleich der Zuschüsse für Kinder für Ärger …

Der Heim-Zuschuss besteht aus zwei Teilen: Die Stadt ist per Gesetz verpflichtet, für Fundtiere und beschlagnahmte Tiere zu sorgen. Hier steigt der Anteil des Tierheims von 240 000 Euro auf 350 000 Euro – plus 46 Prozent. Darüber hinaus legt der Steuerzahler für freiwillige Leistungen bislang 250 000 Euro und künftig 410 000 Euro drauf – plus 64 Prozent. „Eine Stadt wie München muss sich Tierschutz auch etwas kosten lassen“, sagt die Bürgermeisterin. Zum freiwilligen Angebot zähle die Kastration oder die Unterbringung von Fundtieren, die nicht abgeholt werden.

„Dewaltige Pauschalen“, findet auch Grünen-Stadtrat Florian Vogel. Die Stadt müsse aber langfristig mehr Verantwortung tragen, auch um die Angaben des Tierheims besser nachvollziehen zu können. „Wir haben jetzt ein bissl Luft, über die Zukunft nachzudenken“, sagt Strobl, die zwei Katzen aus dem Tierheim hat. Während die Kosten steigen, gehen die Spenden zurück. „Aber die sind nicht übermorgen Pleite.“

Die Bürgermeisterin ärgert sich aber über einen Zuschuss-Vergleich auf der Internet-Seite des Tierheims: „Bei anderen Institutionen greifen die Stadtväter weit tiefer in die Tasche. Zwei Millionen ließ die Stadt für Ferienangebote und den Familienpass springen.“ Da haben die ärmsten Kinder ein paar Wochen Spaß. Strobl sagt: „Ich bin darüber nicht sehr glücklich.“ Sie habe den Verein darauf angesprochen – ohne Erfolg.

„Das kann man nicht vergleichen“ sagt CSU-Fraktionschef Josef Schmid, Mit dem Zuschuss ist er einverstanden – zumal auch die Reptilienauffangstation profitiert. Allerdings müsse zusammen mit dem Tierheim eine dauerhafte Sicherung erreicht werden.

Die verlangt auch der Vorsitzende Kurt Perlinger: „Die Stadt braucht unsere Leistung!“ Künftig müsse die Stadt bis zu 1,5 Millionen Euro übernehmen, um der immer größeren Tierhaltung gerecht zu werden. Sonst sei der Tierschutzverein bald Pleite.

David Costanzo

Eine halbe Million Euro für die Katz’

Auch das geplante neue Katzenhaus soll einen Zuschuss bekommen: Die Stadt will auf Antrag von Rot-Grün ­eine halbe Million Euro zum Bau beisteuern. Der Stadtrat muss aber noch zustimmen. Rund zwei Millionen Euro soll das Haus kosten, weitere Projekte fallen mit bis zu einer Million Euro an. „Wir müssen rund 30 Parkplätze vorhalten!“, ärgert sich Vereinschef Kurt Perlinger. „Die Katzen fahren doch nicht mit dem Auto vor …“ In dem zweistöckigen Gebäude mit insgesamt 2200 Quadratmetern sollen einmal bis zu 250 Katzen unterkommen. Baubeginn soll heuer sein.

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