Standort an der Siebenbrunner Straße

Tierpark treibt Parkhaus-Planung voran

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An der Siebenbrunner Straße gibt es bereits einen Parkplatz. Der Tierpark liebäugelt mit einem Parkhaus.

München - Die Diskussionen um ein Parkhaus am Tierpark haben wieder Fahrt aufgenommen. Die Meinungen bleiben kontrovers. Ein aktuelles Verkehrsgutachten schlägt den Parkplatz an der Siebenbrunner Straße als idealen Standort vor. Der Tierpark hat inzwischen ein Planungsbüro mit einem Entwurf beauftragt.

Im Herbst 2012 hatte der damalige Tierpark-Chef Andreas Knieriem ein Parkhaus als Lösung für die schwierige Verkehrssituation rund um den Münchner Tierpark Hellabrunn vorgeschlagen – und damit eine lebhafte Diskussionen ausgelöst. Teils hagelte es harsche Kritik. Kein Wunder, denn der Bereich, in dem das Parkhaus errichtet werden müsste, ist sensibel: Es handelt sich um ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet.

Ein schwieriges Terrain also für Bauten dieser Art. Mit der Parkhaus-Frage beschäftigte sich kürzlich auch erneut der Bezirksausschuss für Untergiesing-Harlaching. Dort stellte ein Sollner Architektur-Büro Pläne für ein begrüntes Parkhaus auf dem nördlich der Tierparkstraße liegenden Parkplatz vor. Pläne, die in Eigenregie erarbeitet wurden und mit denen der Tierpark nichts zu tun hat. „Das Büro wurde von uns nicht beauftragt, es gibt keine Kooperation“, so die Tierpark-Sprecherin Verena Wiemann. Weiter kommentieren wollte sie den Vorstoß der Sollner Architekten nicht.

Der Tierpark plane jetzt mit dem Konzept für den anderen Standort an der Siebenbrunner Straße. „Es stehen bald Entscheidungen an“, so Wiemann. Der BA will nun erst einmal weitere Informationen einholen, unter anderem bei Bürgermeisterin Christine Strobl, die auch Hellabrunn-Aufsichtsrats-Vorsitzende ist. In der Juli-Sitzung wird er sich erneut mit dem Parkhaus-Thema befassen.

Mit Argumenten gegen ein Parkhaus hat sich jetzt der Kreisverband München des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) zu Wort gemeldet, der seit über 50 Jahren den Parkplatz an der Tierparkstraße bewirtschaftet. Richtig eng werde es in den umliegenden Straßen nur an rund 30 Tagen im Jahr und selbst dann nur zu bestimmten Tageszeiten, sagt Peter Behrbohm, Sprecher des BRK-Kreisverbands. Er wohnt selbst in einer dieser Straßen in der Nähe des Tierparks. „Die Verkehrsproblematik in dem Gebiet ist komplex und durch ein Parkhaus nicht zu lösen“, ist Behrbohm überzeugt. „Viele Zoobesucher werden trotzdem weiter in den Wohnstraßen nach Parkplätzen suchen, um die Gebühren zu sparen“, prognostiziert der BRK-Sprecher.

Er glaubt zudem, dass ein großes Parkhaus dem Gebiet letztlich noch mehr Verkehr bescheren wird. Sinnvoller wären nach Meinung Behrbohms andere Maßnahmen. Etwa verkehrslenkende Lösungen, mehr Polizeipräsenz und eine verbesserte Zufahrtssituation an den Parkplätzen, um Rückstaus zu vermeiden. Hundertprozentig werde sich die Problematik allerdings nie auflösen lassen, sagt Behrbohm.

Brigitta Wenninger

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