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Tierpark: Eisbären ­bekommen dreimal so viel Platz

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Den Eisbären kann man künftig unter einer Glasscheibe bei ihren Tauchgängen zuschauen. Die Landschaft im vergrößerten Gehege soll natürlicher gestaltet werden als bisher. © Animation: Hellabrunn

München - Am Dienstag beginnen die Arbeiten für das neue Eisbärengehege im Tierpark Hellabrunn. Die in die Jahre gekommene Anlage wird für fünf Millionen Euro neu gebaut.

 Das künftige Gehege wird dreimal so groß wie das alte. Und für ein Eisbärenbaby wäre auch Platz! Als das Büro Lanz 1972 das Polarium für Eisbären, Pinguine, Robben und Seelöwen entwarf, war das Gehege im Tierpark Hellabrunn der letzte Schrei der Zoo-Architekten. Die kantigen Betonteile sollten „an die kristalline Struktur der Eisberge in der Arktis und Antarktis“ erinnern. Auch der Verzicht auf Schutzgräben und Gitter und stattdessen der Einbau einer gläsernen Trennscheibe war neu.

Die Stars im Tierpark Hellabrunn

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Doch heute empfindet man die Betonecken als kalt und unnatürlich, auch der beengte Platz des alten Eisbärengeheges tut vielen Tierfreunden weh. Darum hat sich der Aufsichtsrat des Zoos zu einem fünf Millionen Euro teuren Umbau durchgerungen, für den Bürgermeisterin Christine Strobl am Dienstag den ersten Spatenstich setzen wird. Für die Erweiterung des Eisbärengeheges müssen die Moschusochsen wegziehen. Das neue 3200 Quadratmeter große Eisbärengehege wird eines der größten in Europa. Nach neun Monaten Umbau soll es einer Tundra- und Taigalandschaft gleichen, die den Tieren genügend Rückzugsflächen bietet und so heutigen Vorstellungen der Zoologen entspricht.

Die Naturlandschaft soll mit Nagelfluh-Felsen gestaltet werden, die eckigen Betonfelsen kommen weg. Durch das Absenken des Geländes ergeben sich neue Unterwasseransichten durch die Glasscheiben. Auch die Pläne für die Umgestaltung stammen aus der Feder des Münchner Stararchitekten Peter Lanz. Der hat auch eine großzügige Wasserfläche eingeplant, ebenso eine Mutter-Kind-Anlage. Dort könnte das gemeinsame Baby von Gianna und Knut groß werden – wenn es denn im Berliner Zoolgischen Garten zu dieser Eisbärenhochzeit kommen sollte.

Derzeit ist die Münchner Eisbärin bei ihrem weltberühmten Artgenosssen Knut im Berliner Zoo untergebracht. Beide sind noch zwei Jahre zu jung für ein Baby. Knuts Münchner Oma Lisa und sein Isar-Artgenosse Yoghi wohnen während des Umbaus im Tiergarten Friedrichsfelde im Osten der Hauptstadt.

Johannes Welte

Der erste Geo-Zoo der Welt!

Der Tierpark Hellabrunn wurde am 1. August 1911 eröffnet. Der künstlerische Generalplan für das 36 Hektar große Gelände stammt vom Architekten Emanuel von Seidl. Er nutzte dabei das Hanggelände mit seinen Naturfelsen geschickt aus – genauso wie die vom Auer Mühlbach durchflossenen Auenlandschaft.

Der Tierpark verfolgte als erster weltweit das Konzept des Geo-Zoos. Heißt: Die Tiere sind nach Kontinenten und Lebensräumen geordnet. Heute leben rund 16 000 Tiere im Park. Die größte Gruppe bilden dabei übrigens die Fische mit 6800 Tieren. Auch die Insekten sind mit 2000 Exemplaren stark vertreten. Und: 1000 Säugetiere und Vögel leben in Hellabrunn.

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