Erste Zeugen melden sich beim Tierpark

Püppis Tod bleibt ein Rätsel

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Püppi lebte seit acht Jahren in Hellabrunn – nie ging sie ans Wasser .

München - Warum sprang Schimpansin Püppi über den Elektrozaun? Der Tierpark Hellabrunn wertet erste Zeugenaussagen aus. Dennoch bleibt Püppis Tod mysteriös.

Sonnenschein und 25 Grad – eigentlich das perfekte Wetter zum Spielen für die Schimpansen im Tierpark Hellabrunn. Die Türen zu ihrem Außengehege blieben am Donnerstag allerdings zu. Das könnte noch länger so bleiben: Am Mittwoch ist die 19-jährige Schimpansendame Püppi auf mysteriöserweise in den Wassergraben gefallen und ertrunken. Bis die Unfallursache geklärt ist, bleiben alle Affen drin.

Wieso Püppi ins Wasser stürzte, ist immer noch unklar. Derzeit wird die Schimpansendame obduziert, um den genauen Todesgrund zu klären. „Das Ergebnis haben wir leider erst in einigen Wochen“, teilte der Zoo mit. Der Zeugenaufruf des Tierparks zeigte am Donnerstag erste Erfolge: „Zum Glück haben sich ein paar Besucher gemeldet. Die Aussagen, die wir haben, werten wir nun aus und hoffen, dass wir aus den Hinweisen ein schlüssiges Puzzle zusammenstellen können“, sagt Zoodirektor Andreas Knieriem zur tz. Bislang kann er nur spekulieren: Eventuell hat ein Besucher Süßigkeiten oder Eis zu Püppi geworfen und sie damit zum tödlichen Sprung ins Wasser animiert.

Nachdem Schimpanse Franzl erst im September 2007 in dem Graben ertrunken war, installierte der Tierpark einen Elektrozaun zwischen Außengehege und Wasser. Wie gelang es Püppi mit ihren 60 Kilo trotzdem auf die andere Seite und ins Wasser zu kommen? Eigentlich galt sie als körperlich wenig aktive Zoobewohnerin. Eine Tierpark-Sprecherin: „Wie Püppi da drüber kam, wüssten wir auch gerne. Der Elektrozaun hat Strom, wenn die Affen draußen sind. Am Mittwoch hatte er also Strom.“ Sobald geklärt ist, wie es zu Püppis tragischem Tod kam, dürfen die anderen Schimpansen wieder ins Freie.

Wer den Unfall gesehen hat oder etwas zu dem Vorfall weiß, soll sich bitte melden unter Tel. 089 / 62 50 834 oder im Servicecenter am Flamingo-Eingang.

tz

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