Tierpark: Warten auf den 150-Kilo-Nachwuchs

München - Elefantendame Temi stapft durch das Gehege am Hellabrunner Elefantenhaus. Die neunjährige Dickhäuterin braucht mehr Bewegung als ihre Artgenossen. Sie ist trächtig.

Nach 22 Schwangerschaftsmonaten steht die Geburt ihres ersten Babys unmittelbar bevor. Regelmäßig praktiziert sie Schwangerschaftsgymnastik. „Die Geburt dauert oft lange und ist für die Mutter extrem anstrengend“, weiß Tierparksprecherin Christiane Reiss. Bei den täglichen Spaziergängen mit den Pflegern trainiert das Tier seine Kondition. Auf den ersten Blick fällt die Schwangere den Besuchern gar nicht als solche auf. Bei genauerem Hinsehen erkennt man einen etwas runderen Bauch.

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Die werdende Mama bringt selbst über zwei Tonnen auf die Waage. Da lässt sich das Baby in ihrem Bauch gut verstecken. Nur knapp 150 Kilogramm wiegt es, wenn es zur Welt kommt. Viel mehr ist über das Kind vorher nicht herauszufinden. Bei Elefanten können keine Ultraschallbilder durch die Bauchdecke aufgenommen werden – die Haut ist schlichtweg zu dick. So bleibt auch das Geschlecht des Babys ein Geheimnis, das erst bei der Geburt gelüftet wird. Auf diese bereiten sich Tierärzte und Pfleger akribisch vor – mit Geburtsvideos aus anderen Zoos. Drei Mal pro Woche nehmen sie Temi Blut aus den gut sichtbaren Adern im Ohr ab. Darin wird der Spiegel des Hormons Progesteron ermittelt. Sinkt er unter einen bestimmten Grenzwert, läuft der Countdown zur Niederkunft. Die werdende Mutter wird dann Tag und Nacht überwacht. Bereits jetzt schläft sie im Geburtsstall. Die Wehen setzen meist nachts ein. „Temi merkt, wann ein ruhiger Zeitpunkt gekommen ist“, so Reiss.

Sobald der kleine Elefant geboren ist, muss er in Sicherheit gebracht werden. Seine Mama versteht noch nicht, was passiert ist und könnte das Kind, das ihr Schmerzen bereitet hat, versehentlich attackieren. Erst nach einer Untersuchung werden die Pfleger Temi ihr Kind vorsichtig präsentieren. Einige Wochen später steht für Mutter und Kind ein Umzug in den Ersatzstall an. Das baufällige Elefantenhaus muss saniert werden. „Um Stress zu vermeiden, werden die beiden einfach abends von der Außenanlage in den benachbarten Bau geführt“, erklärt die Tierparksprecherin.

Beate Winterer

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