Tierquäler will Hund im Wald ersticken

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Silvia D., hier mit ihrem eigenen Hund zu sehen, und ihr Mann fanden das Tier in einer Sporttasche in einem Waldstück in der Fröttmaninger Heide.

München - Wer tut so etwas? Spaziergänger haben einen Mischlingshund mit einer Plastiktüte über dem Kopf und unter Zweigen verscharrt in der Fröttmaninger Heide gefunden.

Dass Silvia D. das Winseln hört, ist purer Zufall. Dass sie dem Geräusch folgt, ist großes Glück für einen kleinen Shih-Tzu-Mischling. Shih Tzu bedeutet übersetzt „Löwenhund“ – und wie ein echter Löwe musste der Hund am Montag in der Fröttmaninger Heide um sein Leben kämpfen. Ein Tierquäler hatte ihn dort ausgesetzt und alles getan, damit er im Wald stirbt.

Silvia D., 48, lebt in Moosach, geht aber gemeinsam mit ihrem Mann häufig in der Fröttmaninger Heide spazieren, um ihren Hund auszuführen. So auch an diesem Montag. Die drei sind schon auf dem Rückweg zum Parkplatz an der Grusonstraße, als sie plötzlich etwas hören. „Erst war es ein Winseln, dann war es ein Bellen“, erinnert sie sich. Von den qualvollen Geräuschen beunruhigt, bleibt die Moosacherin stehen. „Da stimmt etwas nicht“, sagt sie zu ihrem Mann. „Meine erste Vermutung war, dass ein Hund in einem Kaninchenbau feststeckte.“ Doch die Erklärung ist viel entsetzlicher.

Das Ehepaar D. macht sich auf die Suche und folgt dem Gewinsel in ein kleines Kiefernwäldchen. An einer Stelle geht Silvia D.s Mann in die Knie. Er hat eine Sporttasche gefunden. Darin winselt der kleine Shih-Tzu-Mischling. Jemand hat ihm eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, sie zugeknotet und die Tasche mit einer Plane und einigen Ästen getarnt. „Man hätte den Hund auf gar keinen Fall gesehen, wenn er keine Geräusche gemacht hätte“, sagt Silvia D. Sie ist sich sicher: Der Mensch, der das getan hat, wollte das Tier umbringen. „Ich kann das einfach nicht glauben“, sagt die 48-Jährige. „Wer tut denn so etwas?“ Das Ehepaar D. läuft zurück zum Auto, alarmiert den Tierschutz und die Polizei. „Der Kleine war ganz lieb und brav, sobald wir ihn aufgehoben hatten“, sagt Silvia D. „Nur Fressen wollte er durch den Schock nichts.“

Mittlerweile erholt sich der Hund im Tierheim in Riem. „Er hat keine Verletzungen davon getragen und ist auch sonst ganz fidel“, sagt Judith Brettmeister vom Tierschutzverein. Die Mitarbeiter schätzen das Alter des Tieres auf acht bis zehn Jahre – und sind ebenfalls betroffen von der Skrupellosigkeit, die der Tierquäler zeigte. „Auch einen älteren Hund kann man jederzeit im Tierheim abgeben“, sagt Brettmeister. „Wir wollen den, der das getan hat, unbedingt finden.“

Wer einem Wirbeltier unnötiges Leid zufügt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und kann mit einer Geldbuße von bis zu 25 000 Euro oder Gefängnis bestraft werden. Der Tierschutzverein will nun Anzeige erstatten und bittet um Hinweise auf den Besitzer des Hundes. Wer den Shih Tzu schon einmal in Begleitung eines Menschen gesehen hat, kann sich direkt bei der Vermisstenstelle des Tierschutzvereins melden (Tel. 0157/730 890 68).

Ann-Kathrin Gerke

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