Tipps: So frieren Sie garantiert nie wieder

+
Bei den eisigen Temperaturen muss man sich warm einpacken.

München - Das große Zittern. Ganz München – und nicht nur das weibliche Geschlecht – bibbert derzeit bei Dauerfrost. Was gegen die Kälte hilft und was wir meiden sollten – hier die besten Tipps:

Bei dieser Kälte hört das Frösteln oft auch drinnen in der warmen Stube nicht mehr auf. Die Münchnerin Karin Hertzer, die als Medizin-Autorin mit Schreibtischarbeit ständig fror, hat in den unterschiedlichsten Fachbereichen recherchiert. Ihr vielversprechendes Werk: „Nie wieder frieren – die 50 besten Tipps“ (Trias, Stuttgart). Sie behauptet: „Seither friere ich kaum mehr.“ Na, dieses Rezept wollen wir auch …

„Erst einmal müssen wir verstehen, was frieren überhaupt ist“, sagt die Expertin. „Frieren ist eine überlebenswichtige Strategie des Körpers.“ Dabei zieht der Rumpf, in dem sich die lebenswichtigen Organe befinden, das warme Blut von den Extremitäten ab. Die Blutgefäße in den Gliedmaßen ziehen sich zusammen. Gleichzeitig stellen die Schweißdrüsen die Arbeit ab. „Wenn jetzt die Muskeln als wichtigster Wärmeproduzent nichts zu tun haben und keine Wärme speichern können, dann holt sich der Körper selbst, was er braucht: Bis zu 600 Muskeln ziehen sich von selbst zusammen – das ist das Zittern.“ So weit muss es aber gar nicht kommen. Was hilft und was wir meiden sollten – hier sind Hertzers wichtigste Tipps:

Das sind die besten Tipps gegen die Kälte

Von außen: „Hier ist das Wärmepolster das A und O. Wärme braucht Raum.“ Bei der Wahl der Kleidung seien deshalb tierische Materialien wie Fell oder Wolle mit rauer Oberfläche besser als pflanzliche wie die glatte Baumwolle. Interessant: Daunen können mehr Wärme aufbauen, wenn sie nicht in zu kleine Kammern aufgeteilt sind. „Jede Nahtstelle ist eine Kältebrücke, die kühlt.“ Das gilt für Jacken wie für Decken. Schuhe dürfen wegen des Wärmepolsters auch mit Socken nicht zu eng sein! Ein wichtiger Tipp für die Arbeit: Um die vielen Blutgefäße am Puls zu schützen, empfiehlt es sich, kalte Materialen wie eine Glas-, Metall- oder Plastikflächen als Handunterlage zu meiden. „Wählen Sie ein Mouse-Pad aus Stoff oder legen Sie ein Stück Filz unters Handgelenk. Am besten tragen Sie Pulswärmer.“

Von Innen: Hier greift die Expertin unter anderem auf die Erkenntnisse der Traditionellen Chinesischen Medizin zurück. „Vieles davon ist chemisch nicht genau nachvollziehbar, aber diese Jahrtausende alte Erfahrungsmedizin wirkt wirklich.“ Diese Lehre ordnet jedem Lebensmittel ein Temperaturverhalten zu, von kalt über kühl (Yin) bis heiß (Yang). Demnach wärmen Lammfleisch, Rindfleisch, Huhn, Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen und Granatapfel. Finger weg dagegen von Tomaten, Gurken, Joghurt, Südfrüchten und Zitrusfrüchten (also weihnachtliche Orangen und Mandarinen ein wenig einschränken).

Tipps für kalte Tage

Tipps für kalte Tage

„Ich empfehle, schon mit einem warmen Frühstück zu starten“, sagt Hertzer. Am besten eigne sich ein warmes Dinkel-Müsli mit Zimt, Walnüssen, heißen Aprikosen, Pfirsichen oder Kirschen. Wenn es mal schnell gehen muss, tut’s auch eine heiße Hühnerbrühe oder ein Glas heißes Wasser. „Wer das nicht mag, sollte seine Produkte zumindest frühzeitig aus dem Kühlschrank herausholen und etwas wärmer werden lassen.“

Bis zu einer Stunde können Gewürze wie Chili, Pfeffer, Zimt oder Ingwer wärmen und sind damit Bibber-Killer! Stoffe wie das Capsaicin im Chili wirken nämlich auf die Wärmerezeptoren, wodurch chemisch ein Hitze- oder Schmerzreiz ausgelöst wird. „Ich persönlich habe immer frischen Ingwer im Haus. Heißer Ingwertee ist die schnellste Waffe gegen das Frieren.“ Übrigens hilft deshalb auch eine Zimtsohle gegen kalte Füße.

Sport: Jede Form von Bewegung ist gut gegen Kälte, denn Muskeln erzeugen und speichern Wärme. Schon eine kleine Hand- oder Fußgymnastik am Arbeitsplatz hilft fürs Erste. Ausdauersportarten wie Joggen oder Langlaufen sind ideal, auch Krafttraining. Ein Bad in der Sauna schadet nie, dennoch rät die Expertin, nicht nur auf Wärme zu setzen. „Langfristig trainiert man die Blutgefäße am besten mit Wechselbädern, weil sich die Gefäße zusammenziehen und wieder entspannen und damit ständig in Bewegung sind.“

Entspannung: Sind die Muskeln angespannt, ist die Durchblutung blockiert – Entspannung dagegen bringt Wärme, indem die Durchblutung für alle Körperteile frei wird. Die Medizin-Autorin empfiehlt langsame Abfolgen wie beim Yoga, Qigong oder Autogenem Training. „Die Progressive Muskelentspannung hat den Vorteil, dass die Muskeln an- und wieder entspannen, das stärkt langfristiger.“

Psyche: Hertzer führt einen Versuch an, bei dem zwei Gruppen ihre Finger in Wasser mit Eiswürfeln halten mussten. Die Gruppe, die währenddessen eine Folge der Komiksendung „Mr. Bean“ angesehen haben, hätten die Kälte fast doppelt so lang ertragen. „Achten Sie einmal darauf: Bei Ablenkung – zum Beispiel mit warmen Gedanken – hört das Zittern auf.“ Und Lachen ist auch hier die beste Medizin, dabei arbeiten die Muskeln auf Hochtouren und erzeugen Wärme.

nba

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Kita-Finder wird verbessert: Das ändert sich für Eltern
Kita-Finder wird verbessert: Das ändert sich für Eltern

Kommentare