Essen, Sport, Untersuchungen, Psycho-Tricks

Tipps für ein langes Leben

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Das Lypocin in Tomaten senkt den Blutdruck und schützt vor Prostatakrebs.

Es gibt Schicksale, die kann ein Mensch nicht beeinflussen. Wenn er etwa zur falschen Zeit am falschen Ort ist und durch einen Unfall ums Leben kommt.

Aber die eigene Gesundheit, die sollte man nicht dem Schicksal überlassen. Denn zu einem Großteil haben wir selbst in der Hand, wie lange wir leben, und damit auch, ob wir einen vielleicht vermeidbaren Tod sterben.

Das Rezept für eine gesunde Lebensweise bekommen Kinder schon in der Schule: nicht rauchen, wenig Alkohol, regelmäßig Sport und eine gesunde Ernährung. Scheinbar reicht das aber nicht, um den inneren Schweinehund zu überwinden. Vielleicht helfen Beweise? Britische Forscher haben jetzt in einer aufwändigen Studie herausgefunden: Wer von einer ungesunden zu einer gesünderen Lebensweise wechselt, kann sein Risiko für den Herzinfarkttod mehr als halbieren.

Die Wissenschaftler hatten vier Gesundheitsfaktoren bewertet: Den größten Erfolg habe ein verringerter Cholesterinwert gebracht, gefolgt von dem Verzicht auf das Rauchen. Ferner betrachteten sie Blutdruck- und Blutzuckersenkung. Idealwerte hätten die Teilnehmer der Studien gar nicht erreichen müssen, um das Risiko, an Herzinfarkt zu sterben, um 57 Prozent zu senken.

Die Forschergruppe um Mika Kivimäki vom University College London hatte 17 186 britische männliche Beamte im Alter von 40 bis 60 Jahren beobachtet und die Häufigkeit verglichen, mit der diese innerhalb von 15 Jahren an koronarer Herzkrankheit starben. Wer die vier genannten Risikofaktoren schon von Kindheit an mied, verringerte demnach sein Risiko für den Herzinfarkttod sogar um etwa drei Viertel. Die Ergebnisse präsentieren die Forscher an diesem Samstag im britischen Journal The Lancet.

Noch mehr Beweise? Einige Studien sagen sogar konkret, wie viele Jahre wir mit einer gesunden Lebensweise noch dazu gewinnen können.

Rauchen: Aufhören als 40-Jähriger soll neun weitere Jahre bringen, als 60-Jähriger immerhin noch drei Jahre.

Kein Übergewicht zwischen 35 und 40 Jahren soll das Leben im Schnitt um drei Jahre verlängern.

Schon regelmäßiges zügiges Spazierengehen kann den Tod um drei Jahre hinauszögern.

Damit Sie wissen, wie Sie gezielt die Risiken vermindern können, frühzeitig an einer der häufigsten Todesursachen zu sterben, hat die tz verschiedene Experten nach den wirksamsten Methoden befragt. Ein Ernährunsexperte, ein Radiologe, ein Sportmediziner und ein Psycholge verraten in die besten Wunderwaffen.

Die 10 gesündesten Lebensmittel

Vorweg: Die besten Lebensmittel, um einen frühzeitigen Tod zu verhindern, sind Lebensmittel mit einer geringen Energiedichte (heißt: mit viel Wasser, etwa Obst und Gemüse). Denn sie helfen dabei, abzunehmen – und Übergewicht ist einer der Hauptfaktoren bei der Entstehung von vielen Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und sogar Brustkrebs.

Aber es gibt auch einzelne Lebensmittel, die wahre Wundermittel sind und gezielt Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen usw. vorbeugen können. Siegfried Schlett, Mediziner und Apotheker und Autor des Buches „Die 100 wichtigsten Lebensmittel“, hat für die tz die 10 besten ausgewählt:

Hering:Seine Omega-3-Fettsäuren fördern einen gesunden Blutkreislauf und fördern Kommunikationszentren im Hirn, es gibt Hinweise, dass er sogar Brust-, Darm- und Prostatakrebs verhindern kann.

Broccoli:Seine speziellen schwefelhaltigen Verbindungen lenken den Stoffwechselabbau der Östrogene in die richtige Richtung und können so Brustkrebs vorbeugen. Außerdem verhindert er direkt die Tumorentwicklung.

Kohl:Die vielen Faserstoffe wirken positiv auf den Darm.

Granatapfel: Als Antioxidant schützt er vor Prostatakrebs.

Preiselbeeren: Der spezielle Zucker schützt vor Infektionen im Nieren- und Darmbereich.

Rotwein oder Rotweintraubenextrakt:Pure Trauben enthalten zu viel Zucker. Aber das Extrakt oder Rotwein sind gut für die Gefäße und schützen damit vor Herz-Kreislauferkrankungen.

Tomaten: Das Lypocin senkt den Blutdruck und schützt vor Prostatakrebs.

Shitake-Pilze:Ihre bestimmten Antigen-Strukturen stärken das Immunsystem.

Kurkuma: Kurkuma ist in jeder Art von Curry-Gewürz enthalten. Das Gewürz reinigt und entlastet die Leber und wirkt gezielt gegen die Weiterentwicklung von Tumorzellen.

Rote Beete: Am besten in Saftform. Rote Beete ist wegen seiner Kohlenhydrate und Ballaststoffe gut für den Magen-Darmtrakt. Außerdem fördert Rote Beete die Blutbildung.

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen

Vor allem bei Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen gilt: Je früher sie erkannt werden, desto eher sind sie heilbar. Bernd Dörflinger, Chefarzt der Diagnoseklinik München, hat die fünf wichtigsten Vorsorge-Untersuchungen:

Basischeck:Herz und Lunge abhören, Reflexe abklopfen, Ultraschall, Belastungs-EKG, ein ausführliches Gespräch und vieles mehr. Der Basischeck sollte mindestens 90 Minuten dauern. Hier kann der Arzt sehr viele Warnsignale für fast alle todbringenden Krankheiten erkennen.

Darmspiegelung: Neben der endoskopischen Darmspiegelung gibt es neuerdings auch die sogenannte virtuelle Darmspiegelung, bei der von außen Schichtbilder des Darms aufgenommen werden, die später zusammengesetzt werden.

Ganzkörper-MRT:Der Alleskönner unter den bildgebenden Verfahren. Ohne Strahlenbelastung werden Längsschichtbilder erzeugt. Sie kann besonders gut Tumorherde in Weichteilen/Organen darstellen. Aber auch Engstellungen und Ablagerungen in Kopf- oder Halsgefäßen.

MR-Mammographie:Erkennt eine der häufigsten Tumorarten, den Brustkrebs. Noch genauer als die Röntgen-Mammographie : Hier kann das Brustgewebe in vielen dünnen Schichten auf Tumore und Gefäßneubildungen hin untersucht werden.

MRT/ MRS Prostata:Im Gegensatz zur Biopsie kann mit diesem Doppel-Eingriff (Kernspinabbildungen plus Citrat- und Cholingehalt-Messung) die Vorsteherdrüse ohne Eingriff in den Körper dargestellt werden.

Der Seelenhygiene-Test

In Deutschland sterben jedes Jahr ungefähr doppelt so viele Menschan an Suizid wie an Verkehrsunfällen. „Seelenpflege ist wichtig für die Körperhygiene“, so Rainer Schors, leitender Oberarzt der Psychosomatischen Klinik in Harlaching. „Sowohl, um psychische Erkrankungen zu vermeiden als auch körperliche, die psychische Ursachen haben.“ Denn: Etwa ein hoher Blutdruck ist oft psychisch bedingt und kann schwere Folgen haben. Schors nennt die vier großen „S“ der Seelenpflege:

Selbstbeobachtung:Warnsignale ernst nehmen: Ist meine Stimmung schlechter? Vernachlässige ich Freunde und Hobbys? Bin ich oft schlapp, habe Schlafprobleme, Appetitlosigkeit, ständig Kopfweh oder innere Unruhe?

Selbstfürsorge:Öfter abschalten, kleine Ruhefenster einbauen, Zeit für sich selbst nehmen. Überlegen: Was tut mir gut – und das auch machen! Entspannungsübungen, Spaziergänge, Sonne tanken.

Suche nach Unterstützung:Konflikte und Dinge, die einen belasten, mit Partner, Freunden oder Kollegen (Chef?) thematisieren.

Suche nach Hilfe: Wenn die ersten Schritte nicht helfen, eine psychologische Beratungsstelle oder direkt einen Therapeuten aufsuchen.

Die besten Sportarten zur Vorbeugung

Fußball, Squash und Hanteln heben? Können Sie gerne machen, sagt Martin Halle, Chef der Poliklinik für Rehabilitative und Präventive Sportmedizin der TU. „Aber bitte zusätzlich.“ Wichtig, um gegen Krankheiten im Alter gewappnet zu sein, seien indes Ausdauersportarten. „Regelmäßige, längere, nicht zu intensive Ausdauerbelastungen regen den Stoffwechsel an, senken den Blutdruck sowie den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und stärken das Immunsystem.“

Martin Halle hat die Top 5 der Ausdauersportarten ausgewählt, die helfen können, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und drei Krebsarten (Darmkrebs, Brustkrebs und Prostata) vorzubeugen. Sie fordern den ganzen Körper, sind aber gleichzeitig gelenkschonend und eignen sich daher besonders gut auch für Übergewichtige.

Radfahren

Nordic Walking

Schwimmen

Skilanglauf

Crosstrainer im Fitnessstudio

„Gegen Leukämie, Knochentumore und andere Krebsarten kann Sport leider nicht direkt helfen“, so der Professor. Trotzdem sei Sport ein ganz wichtiger Baustein, um länger zu leben. Allein, weil er Übergewicht reduziert und damit das Risiko für viele Folgeerkrankungen senkt. Und: Kanadische Studien hätten jetzt sogar ergeben, dass körperliche Aktivität das Risiko, an Demenz zu erkranken, ebenfalls um 40 Prozent senken kann.

Nina Bautz

Quelle: tz

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