Tourengeher vier Monate im Eis begraben

Suchtrupp findet vermissten Tourengeher Stefan H. (†)

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Stefan H. (42) war begeisterter Sportler. Gestern fanden Suchtrupps seine Leiche an einem Hang der Pleisenspitze.

München - Seit Ende Januar wurde Stefan H. vermisst. Am Donnerstag gab es nun die traurige Gewissheit: Der Münchner ist tot. Einsatzkräfte fanden seine Leiche unter einem Felsvorsprung.

Wo ist nur unser Papa?“ Vier Monate hatten sich der Sohn (5) und die Tochter (3) des Physikers Stefan H. diese quälende Frage immer wieder gestellt. Wie die tz berichtete, war der 42-jährige Münchner Ende Januar bei einer Skitour an der Pleisenspitze (Tirol) spurlos verschwunden. Am Donnerstag gab es nun die traurige Gewissheit: Stefan H. ist tot. Einsatzkräfte fanden seine Leiche unter einem Felsvorsprung.

Das Tauwetter – es gab den vermissten Münchner endlich frei. Rückblick: Es ist der 24. Januar, als der Familienvater mit seiner Frau zu der Skitour im Karwendel startet. Beim Aufstieg klemmt etwas an den Skiern. Das Paar entscheidet: Stefan geht vorerst alleine weiter, seine Frau fährt zur Pleisenhütte. Dort will Stefan sie dann etwas später abholen – doch er kommt nie an. Noch in den Abendstunden startet eine riesige Suchaktion. Auch Helikopter werden eingesetzt, um den sportlichen Laimer zu finden. Vergebens. Keine Spur. Auch in den nächsten Tagen wird immer wieder mit Suchtrupps nach dem Tourengeher Ausschau gehalten. Doch es schneit immer wieder stark, das Thermometer zeigt eine Temperatur von minus 15 Grad – die Hoffnung schwindet.

Stefan H. ist wie vom Erdboden verschluckt – bis zum Dienstag. Da entdeckt ein Polizeihubschrauber, der zufällig den Berghang überfliegt, Ausrüstungsgegenstände unterhalb eines felsigen Hanges. Sofort wird die Bergwacht informiert, gleich am nächsten Tag steigt ein Trupp von sieben Männern zu der Fundstelle auf. Schnell ist klar: Die Dinge gehören dem seit Monaten vermissten Deutschen.

Für den nächsten Tag werden Spürhunde angefordert, die Stefan H. orten sollen. Am Donnerstag um kurz nach 10 Uhr findet dann Lawinenhund Faro einen Ski des Münchners – nun wird eine Heli angefordert, um das Gebiet von oben abzusuchen. Der Pilot entdeckt Stefan wenig später – er liegt in einer Höhe von 1420 Metern direkt unterhalb eines Felsvorsprungs. War er diesen hinabgestürzt? Den genauen Unfallhergang soll nun eine Untersuchung klären.

Bilder: Vermisster Münchner Tourengeher gefunden?

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