Todesdrama am Stachus: Er fing den Streit an

Wenige Stunden vor seiner Festnahme chattete David M. (24) noch im Internet.

München - Nach den neuen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden fing nicht das spätere Opfer, sondern der 24-Jährige David M. mit dem Ärger an. Vor der Tat chattete er im Internet.

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Wenige Stunden vor seiner Festnahme chattete David M. (24) noch im Internet. „ICH bin einfach ICH. Lernt mich kennen und urteilt selbst“, schrieb der gebürtige Wiener, der seit Jahren in München lebt, zuletzt keine Arbeit und irgendwie auch nie so recht ein festes Zuhause hatte. Der Staatsanwalt hat ihn nun studiert. Und der Ermittlungsrichter bildete sich ein vorläufiges Urteil: U-Haft für David M. (24), der in der Nacht zu Samstag im McDonald’s am Stachus eine verhängnisvolle Schlägerei anzettelte, bei der am Ende ein Toter da lag.

Nach den neuen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden fing nicht das spätere Opfer, sondern der 24-Jährige David M. mit dem Ärger an. Der nämlich flirtete nachts um 2.40 Uhr im ersten Stock des McDonald’s-Restaurants mit der Freundin des ebenfalls in München lebenden Schweizer Kaufmanns Giacomo A. (41). Der fand das nicht witzig. Es kam zu einer kurzen verbalen Auseinandersetzung, der rasch eine Schlägerei folgte.

Dabei stieß David M. den 41-Jährigen so heftig, dass der rückwärts taumelte und mit dem Hinterkopf auf eine Tischplatte schlug. Die Kopfverletzungen – das bestätigte mittlerweile auch die Obduktion – waren so schwer, dass Giacomo A. vor den Augen seiner entsetzten Freundin reglos liegenblieb. Der Notarzt brachte ihn noch lebend in die Klinik. Dort jedoch starb der Schweizer im Laufe des Samstagvormittags. Sein gewaltsamer Tod löste in seiner Schweizer Heimat, wo Mutter und Bruder und auch die Ex-Freundin leben, große Betroffenheit aus.

David M. wurde noch im McDonald‘s festgenommen und sitzt seit Sonntag wegen Körperverletzung mit Todesfolge als U-Häftling in Stadelheim. Sieben unmittelbare Zeugen hat die Kripo, die bereits teilweise vernommen wurden. Ein Zeuge soll angeblich sogar gesehen haben, dass David M. noch einmal nach dem reglos am Boden liegenden Kaufmann trat.

Obwohl der Stachus seit der Aufhebung der Sperrzeit im Januar 2005 speziell an den Wochenenden nachts regelrecht belagert wird von hunderten Nachtschwärmern, zählt er nicht zu den Brennpunkten der Stadt. Das belegt die Polizeistatistik. In den Jahren bis 2005 wurden auf dem Stachus jährlich drei bis vier Köperverletzungsdelikte und bei Mc Donald’s selbst fast keine registriert. In den Jahren danach schwankten die Körperverletzungsdelikte auf dem Stachus jährlich zwischen 14 und 27. Bei McDonald’s stiegen die Zahlen von vier Körperverletzungen im Jahr 2005 auf elf im vergangenen Jahr an.

Jacob Mell

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