Witwe klagte

Todkranken Beamten geheiratet: keine Rente

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Adriana S. versuchte, eine Witwenrente einzuklagen.

München - Die 45-jährige Polin Adriana S. heiratete einen 35 Jahre älteren Beamten. Nur acht Monate nach der Hochzeit starb der Mann. Seine Witwe forderte Rente vom Staat - so ging der Fall aus.

„Ich habe ihn geliebt.“ Adriana S. (45) beteuert, dass ihre Ehe mit einem 35 Jahre älteren Beamten keine Zweckgemeindschaft gewesen sei. Vom bayerischen Freistaat forderte die Polin jetzt eine Witwenrente – vergeblich.

Mit dem früheren Oberamtsrat am Oberlandesgericht München habe sie schon lange ein Verhältnis gehabt, erzählt Adriana S. „Wir haben uns 1989 am Stammtisch kennengelernt.“ Er habe ihr geholfen, einen Job und eine Wohnung zu finden.

Damals war der Beamte verheiratet gewesen, eine Scheidung sei für ihn nicht in Frage gekommen. Aber er habe sie geliebt. „Mein Mann hat 20 Jahre lang davon geträumt, mich heirateten zu können“, sagte sie gestern vorm Verwaltungsgericht.

Diese Gelegenheit ergab sich erst im Jahr 2008, als die Ehefrau des Justizbeamten im Dezember 2007 nach langer Krankheit verstarb. „Aus Gründen der Pietät“, so ihr Anwalt Christoph Wamsler , habe ihre Mandantin zunächst von einer Heirat abgesehen. Erst 2011 wurde das Aufgebot bestellt, am 28. Juli schloss das ungleiche Paar den Bund fürs Leben. Für den damals 78-Jährigen dauerte dieses allerdings nur noch acht Monate. Bereits vor der Eheschließung diagnostizierten die Ärzte einen Verdacht auf Nierenkrebs. Dies bestätigte sich bei einer Operation: In der Lunge waren bereits Metastasen. Am 17. März 2012 starb der Beamte.

Die Witwe, die monatlich mit 415 Euro durch einen Mini-Job auskommen muss, klagte auf einen „Unterhaltsbeitrag“. 761,18 Euro hätte dieser ausgemacht – abzüglich ihres Einkommens.

Rund 346 Euro hätte der Staat zuschließen müssen. Die Behörde lehnte ab, denn es habe sich um eine „Versorgungs-Ehe“ gehandelt. Der Vorsitzende Richter machte der Klägerin von vorneherein klar: „Ich kann Ihnen keine Hoffnungen machen, die Rechtsprechung in diesem Fall ist eindeutig.“ Nach einer Beratung mit ihrem Anwalt zog Adriana S. ihre Klage zurück.

E. Unfried

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