Verkäufer Benjamin P. (24) vor Gericht

Tödliche Schläge in den Optimolwerken: War es Notwehr?

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Benjamin P. (24) betritt den Gerichtssaal – er trägt Anzug und Krawatte.

München - Der eine sagt: Es war Notwehr, der andere hat nie mehr die Chance, sich zu dem Vorfall heute auf den Tag genau vor einem Jahr zu äußern: Verkäufer Benjamin P. (24) steht seit Montag vor Gericht.

Nachdem sie die Bar Do Brasil auf der Münchner Partymeile in den Optimolwerken am Ostbahnhof gemeinsam verlassen hatten, kam es zwischen dem Angeklagten Benjamin P. (24) und Hussein G. († 49) zum Streit. Pöbelei, Faustschlag, Tod im Krankenhaus – wie viel Schuld hat der schmächtige Verkäufer im Anzug?

Benjamin P. schweigt im Gerichtssaal, äußert sich aber zu dem Vorfall in einer schriftlichen Stellungnahme über seinen Anwalt Stefan Waldeck. Demnach kannten sich die beiden Streithähne vorher nicht. P. soll nach dem Verlassen der Disco von Hussein G. beschimpft und auch mit Schlägen und Tritten angegangen worden sein. „Ich habe mich gefragt, ob er mich vielleicht mit irgendjemandem verwechselt hat. Doch er ließ nicht locker“, wird der 24-Jährige zitiert. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft ist von gegenseitigen Beleidigungen die Rede. Wer den ersten Schlag setzte, ist nicht geklärt. Das sollen Zeugen in den nächsten Verhandlungstagen hinterleuchten.

Eskaliert ist die Situation um 7.15 Uhr in der Grafingerstraße/Ecke Friedenstraße, als Benjamin P. seinem Gegenüber mehrmals mit der Faust ins Gesicht schlug. Beim letzten Hieb soll Hussein G. zu Boden gegangen und mit dem Hinterkopf auf den Asphalt geknallt sein. Durch den Aufprall erlitt der 49-Jährige lebensgefährliche Schädelverletzungen – Not-OP! Am 21. Juni vergangenen Jahres – also rund zwei Wochen nach dem Vorfall – verstarb Hussein G. an den Folgen einer Lungenembolie. Ärzte nehmen an, dass der Tod mit den lebensbedrohenden Kopfverletzungen zusammenhängt.

Ein Urteil will das Schwurgericht am Donnerstag fällen. Benjamin P.: „Ich wusste nicht, dass meine Faustschläge eine solche Wirkung haben. Es war Notwehr. Mein Leben sollte nicht so enden wie das von Dominik Brunner. Es tut mir leid.“

Johannes Heininger

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