Mauro (21) läuft vor die S-Bahn - tot

München - Ein 21-jähriger Mann lief am Samstagmorgen auf den S-Bahngleisen zwischen Berg am Laim und Trudering, als er von einer S-Bahn erfasst und tödlich verletzt wurde.

Das Schicksal hatte es immer gut gemeint mit dem lebensfrohen Mauro (21), dessen Leben bereits in jungen Jahren auf festen Säulen zu stehen schien. Die Familie, seine vielen Freunde in aller Welt und natürlich der Fußball bestimmten das Leben des gebürtigen Spaniers. Er wohnte bei seiner Familie in Haar (Landkreis München), spielte Fußball beim Verein Latino Munich und studierte in Augsburg. Sportlehrer wollte er gern werden. Die Türen zu einem erfolgreichen, erfüllten Leben standen für Mauro weit offen. Bis Samstagmorgen.

Da klingelten Polizisten mit ernsten Gesichtern am Hause der Familie und teilten den verzweifelten Eltern mit, dass Mauro nicht mehr heimkommen wird. Nie wieder heimkommen wird. Früh um 6 Uhr hatte eine S-Bahn den Sportstudenten auf den Gleisen zwischen Berg am Laim und Trudering erfasst. Mauro war sofort tot.

Was genau Mauro bewegt hatte, ausgerechnet den gefährlichsten Weg auf den Gleisen zwischen Berg am Laim und Trudering zu laufen, lässt sich wohl nie mehr so genau klären. Es war eine stürmische, eiskalte Nacht, in der sich Mauro gegen 6 Uhr zu Fuß offenbar auf den Heimweg machen wollte. Vermutlich hatte er sich warm eingepackt – den Blick gesenkt, den Kragen hoch über die Ohren gezogen. Unter diesen Umständen ist es möglich, dass er die von vorne kommende, stadteinwärts fahrende S4 nach Geltendorf gar nicht oder zu spät wahrnahm.

Der S-Bahnfahrer (32) sah kurz nach 6 Uhr die Gestalt im Lichtkegel, versuchte voller Entsetzen eine Notbremsung und betätigte vermutlich auch noch das extrem laute Warnsignal. Doch es war schon zu spät. Der Notarzt konnte Mauro nicht mehr helfen. Der schwer geschockte S-Bahnfahrer wurde abgelöst und psychologisch betreut.

Die Nachricht von Mauros Tod hat sich bereits bis ans andere Ende der Welt nach Uruguay herumgesprochen. Auch dort hatte er gute Freunde. Im Haus der trauernden Familie in Haar versammelten sich am Sonntag ebenfalls Freunde, um den Eltern beizustehen und mit ihnen zu versuchen, das Unbegreifliche zu verstehen.

Dorita Plange, Eberhard Unfried

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