Tödlicher Radler-Unfall: Polizist freigesprochen

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Martin K. wurde freigesprochen

München - Im Zweifel für den Angeklagten: Ein 49-jähriger Polizist, der bei einer Kurierfahrt einen 86-jährigen Radfahrer tödlich verletzt hatte, ist am Dienstag freigesprochen worden.

Rentner Xaver M. war am 13. April 2010 wie immer auf dem Radweg an der Ottobrunner Straße unterwegs gewesen. An der Einmündung zur Hochäckerstraße wurde er von einem Kleintransporter angefahren. Der 86-Jährige erlag vier Wochen später seinen Verletzungen.

Am Steuer war damals Martin K. gesessen – der sich deshalb wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht verantworten musste. Er betrieb nebenberuflich einen Lieferservice. Beim Prozess beteuerte er, dass er den Radler nicht gesehen habe. Sein Verteidiger beantragte ein Gutachten, um zu beweisen, dass sein Mandant bei bestimmten Konstellationen den Radfahrer überhaupt nicht sehen konnte. Dieser Gutachter kam am Dienstag zu Wort. Ja, wenn der Radfahrer sich grob regelwidrig verhalten habe, wäre der Unfall möglicherweise unvermeidbar gewesen, sagte der Experte. Zwar gab es keine Beweise, dass sich Xaver M. nicht auf dem Radweg befand – aber für das Gegenteil gab es ebenfalls keinen Beweis.

Richter Ulrich Locher sprach den Kriminalbeamten deshalb nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ frei. Locher: „Lieber einen Schuldigen laufen lassen als einen Unschuldigen bestrafen.“

Ebu.

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