Sensationen zum Tollwood-Start

Tollwood: Einfach nur himmlisch…

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Zuschauer bewundern das Feuerwerk zum Auftakt des Tollwood.

Zwei sensationelle Open-Air-Events spendierte das Tollwood-Team seinen Besuchern zum 20. Geburtstag des Festivals.

Den Hochseil-Artisten Falko Traber und das Feuertheater-Spektakel der französischen Gruppe „Ephémère“.

150 Meter balancierte der legendäre Akrobat Falko Traber über das Gelände – ohne Netz, ohne Sicherung, nur mit einer Balancierstange in der Hand. Dabei ging er, in weißem Flatteranzug und mit dunkler Sonnenbrille, wie eine Magritte-Figur in den weiß-blau-bayerischen Himmel hinein, kniete sich aufs Siel, stand auf einem Bein und musste gegen einige Windböen ankämpfen.

Drei Stunden später begann nach Einbruch der Dunkelheit ein Feuerballett, wie man es über der Stadt noch nie gesehen hat. Zu einer Mischung aus Ethno-Klängen, viel Trommelwirbel und Barock-Kompositionen tanzten die schönsten, farblich und formal höchst ästhetisch zusammengestellten Pyro-Effekte übers dunkle Firmament. Fast eine Stunde lang rauschte eine perfekt getimte Choreografie aus Sternkaskaden, glitzernden Leuchtsäulen und Myriaden funkelnder Punkte durch die Luft, bis zum Schluss eine dramatische Alphorn-Komposition über dem Olympiaberg in die Nacht hallte. Ein grandioses Opening!

Mut gehört dazu, um sich einzulassen auf das Theaterexperiment der spanischen Compagnie Teatro de los Sentidos. Alles Private, vom Handy bis zur Handtasche, muss draußen bleiben, auch die Schuhe, denn nur barfuß kann man sich auf die Reise ins Labyrinth begeben.

Nachtschwarz ist es in den Gängen, spärlich erleuchtet sind die poetischen Wunderkammern mit ihrem Gewirr von Bücherregalen, voll alter Koffer mit geheimnisvollem Inhalt, fantastischen Papierkreationen, abgestorbenen Bäumen und merkwürdigen Personen. Wie Wahrsagerinnen die Frauen, die uns erwarten, zwielichtig die Männer, die einen an der Hand zu den verschiedenen Stationen weiterleiten: surrealen, wunderschön ausgestattete Höhlen mit einer Magie, die Seelenräume aufstößt.

Das Projekt „El Eco de la Sombra“ beruht auf Hans Christian Andersens Märchen von der Suche nach dem verlorenen Schatten. In 70 Minuten wird jeder Besucher einzeln auf eine Entdeckungsreise seiner Sinne geschickt. Er spürt Moos und Sand an den Füßen, hört magische Töne, ertastet unsichtbare Dinge, riecht betörende Essenzen. Mal liegt er in einem Bett und bekommt eine Geschichte vorgelesen, dann wieder wird er in einem schwankenden Kahn übers Wasser gefahren. Ihm werden in Schokolade getauchte Früchte serviert und zum Schluss ein fein aromatisierter Tee, bevor er wieder in die Freiheit entlassen wird. (Noch bis zum 20. Juli, Karten erhalten Sie unter Tel. 0700 / 38 38 50 24.)

Barbara Welter

Quelle: tz

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