Tonhalle: Zurück in die frühen Achtziger mit OMD

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Andy McClusky

München - Es hilft ja nichts, also gibt man es besser gleich zu: Es hat verdammt viel Spaß gemacht, OMD in der ausverkauften Münchner Tonhalle wiederzusehen und zu hören.

Völlig egal, wie sehr all die jungen Maracujaschorle-Trinker, Rucksackträger und Tretrollerfahrer von heute über diese Musik lästern. Die waren ja nicht dabei, als OMD die Zeit zurückdrehte und diesen merkwürdig steril- heimeligen Computerklang durch den Saal schickte, als wäre Leonid Breschnew immer noch der starke Mann der Sowjetunion.

Dass ausgerechnet die billigen Synthesizertöne von einst für kuscheliges Gemeinschaftsgefühl sorgen würden, ist die eigentliche Sensation dieses Comebacks. Wobei man allerdings einräumen muss, dass beim nochmaligen Hören einige Lieder dann doch ziemlich verloren haben. Aber die Abräumer, allen voran „Maid of Orleans“ (1982 immerhin die meistverkaufte Single in Deutschland) oder „Enola Gay“, elektrisieren noch immer. Freilich fällt auf, dass es OMD nicht anders ging als den meisten anderen erfolgreichen New-Wave-Bands jener Jahre; nach fulminantem Start ging ihnen recht bald die Inspiration verloren. Aber das, was die Briten da auf ihre ersten drei, vier Alben pressten, kann noch heute bestehen.

Sänger Andy McClusky, immerhin 51, tobte immer noch so exzentrisch über die Bühne, als hätte Pina Bausch für ihn einen epileptischen Anfall choreographiert. Und unten pflegte das mittelalte Publikum den bewährten Stehtanz der Achtzigerjahre: Also Gewicht vom rechten auf den linken Fuß verlagern und dann wieder zurück, et cetera. Alles war also, wie es zu sein hatte. Ach ja: Für echte Nostalgie sorgten im Vorprogramm die Jungspunde von „Mirrors“, die noch mehr nach 1981 klangen als OMD.

Zoran Gojic

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