Tote Radlerin: Mit Schild auf Zeugensuche

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Mit diesem Schild sucht die Polizei an der Unfallstelle an der Rosenheimer Straße nach Zeugen.

München - Es war ein fürchterlicher Unfall, der Nina H. (23) am Montagmorgen auf der Rosenheimer Straße das Leben kostete. Bürgermeister Hep Monatzeder will das Radlfahren jetzt sicherer machen.

Die junge Radfahrerin aus Obergiesing geriet kurz nach der Einmündung zur Balanstraße erst gegen einen fahrenden Lastkraftwagen, kippte anschließend nach rechts gegen ein geparktes Auto. Dann stürzte sie wieder nach links – und wurde von dem Lkw überrollt. Nina H. starb noch am Unfallort.

Der genaue Unfallhergang ist noch nicht geklärt. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen, die den tragischen Unfall gesehen haben. Deswegen hat die Verkehrspolizei mittlerweile an der Unfallstelle ein Schild ausgestellt. Sie sollen Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer auffordern, Hinweise zum Unfall anzugeben.

Nina H. (23) wurde bei dem Unfall tödlich verletzt.

Die Stelle, an der Nina H. von dem Lkw überrollt worden war, ist für Radfahrer äußerst gefährlich. Hier endet der Radlweg nämlich auf der rechten Fahrbahn der zweispurigen Rosenheimer Straße, ohne dass dies besonders beschildert wäre. Die Fahrradfahrer müssen sich in den fließenden Autoverkehr stadtauswärts einfädeln.

Nina H., eine Systembetreurin, war die gefährliche Engstelle in den vergangenen Monaten fast täglich zu ihrer Arbeit gefahren. Warum die Routinefahrt am Montagmorgen tödlich endete, wird hoffentlich das unfallanalytische Gutachten klären.

J. Mell

So soll Radeln sicherer werden

Der tödliche Radler-Unfall in der Rosenheimer Straße (siehe Artikel oben) zeigt einmal mehr: Münchens Radverkehrsnetz ist an vielen Stellen lebensgefährlich. Das soll sich ändern: Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) stellte gestern ein umfangreiches Maßnahmenpaket zum Radwegebau vor. Doch die Planungen sind zäh.

Immerhin: Monatzeder berichtet, dass die Stadt schon 271 von 700 Einbahnstraßen für Radler entgegen der Fahrsichtung geöffnet hat. In der Altstadt sollen 17 weitere folgen. Außerdem habe man 18 Nebenstraßen zu Fahrradstraßen deklariert, weitere 40 würden untersucht.

An 27 Straßen wurde die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben, weitere 41 sollen bald folgen. Und 22 Radwege wurden heuer außerdem neu gebaut beziehungsweise verbessert.

In der Rosenheimer Straße sowie der Lindwurmstraße verweist Monatzeder auf Untersuchungen für neue oder größere Radlerspuren. Gestern beschloss der Stadtrat außerdem den Einbau von Schutzstreifen für Radler in der Kapuzinerstraße. Hier werden drei Radlerspuren auf Kosten des motorisierten Verkehrs gehen: Es fällt eine Fahrspur weg, außerdem werden zwei Bushaltestellen des 58er Bus verlegt. Gebaut wird allerdings erst ab dem Jahr 2013.

Wieso die Verbesserungen im Radwegnetz überhaupt so lange dauern? Monatzeder sagt: „Da sind immer umfangreiche Voruntersuchungen nötig.“ Horst Mentz vom Referat für Stadtplanung erklärt: „Es ginge schneller, wenn man mehr Personal hätte.“ Monatzeder setzt derweil Hoffnungen auch auf die mit 4,2 Millionen Euro angesetzte Radlkampagne der Stadt, die auch das Sicherheitsbewusstsein der Münchner Radfahrer heben soll.

Um welche Radl-Projekte es im kommenden Jahr konkret gehen wird? Die Übersicht:

Maßmannstraße zwischen der Dachauer Straße und der Schleißheimer Straße

Hofgartenstraße zwischen Alfons-Goppel-Straße und Altstadtring

Riemer Straße und Rappelhofstraße zwischen Landshamer Straße und Süßkindstraße

Allacher Straße zwischen Ernst-von-Behling-Straße und Eduard-Schwartz-Straße

Grillparzerstraße zwischen der Prinzregentenstraße und der Einsteinstraße

Metzstraße zwischen Rosenheimer Straße und Balanstraße

Schleißheimer Straße zwischen Gartenstraße und Fußgängerquerung

Werinherstraße zwischen Hohenwaldeckstraße und Bahnüberführung

Johannes Welte

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