Er wird ihm für immer dankbar sein

Toter Kubaner rettet seinem Bruder das Leben

München - Ein Mann (50) kam eines Abends in seine Münchner Wohnung zurück und fand dort seinen toten Bruder. Er war geschockt - und trotzdem sollte ihm dieser Vorfall das Leben retten.

Der 50-Jährige hat seinen Bruder (49), der kubanischer Staatsbürger ist und nur für ein paar Wochen auf Besuch war, am Dienstagabend leblos auf dem Boden liegend in der Münchner Wohnung gefunden. Wie die Polizei berichtet, versuchte ein Notarzt den Mann noch 20 Minuten zu reanimieren - ohne Erfolg. Es konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Ein Tod, der ein Leben retten sollte.

Der 50-Jährige war zunächst natürlich geschockt und traurig, stand aber auch vor einem Rätsel: Sein Bruder war erst vor zweieinhalb Monaten zu Besuch nach München gekommen. Er war scheinbar pumperlgesund, ernährte sich gut und trieb Sport. Es gab offenbar keinerlei Vorerkrankungen. Lediglich die gemeinsame Mutter ist vor 7 Jahren an einem Herzinfarkt in Kuba verstorben. Die Polizei konnte weder Fremd- noch Eigenverschulden als Todesursache feststellen.

Nach einem Telefonat mit dem Sachbearbeiter der Kriminalpolizei war der Bruder an einer Obduktion interessiert, insbesondere im Hinblick auf mögliche familiäre Erkrankungen. Die Rechtsmediziner untersuchten den Leichnam und stießen tatsächlich auf etwas: Als Todesursache wurde eine Herzerkrankung festgestellt.

Ein Sachbearbeiter der Münchner Kripo hat daraufhin auch dem 50-jährigen Bruder des Verstorbenen geraten, sich untersuchen zu lassen. Im Krankenhaus wurde ihm ein Stent (medizinisches Implantat zum Offenhalten von Gefäßen) eingesetzt. Durch diesen Eingriff konnte laut Polizei zumindest das Leben des älteren Bruders bewahrt werden.

kg

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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