Heimtückischer Angriff in der Kultfabrik

Ami schlägt BR-Werbestar bewusstlos

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Links: Daniel J. schlug in der Kultfabrik zu. Rechts: Szene-Wirt Hugo Bachmaier und Williams S. trainieren seit 20 Jahren gemeinsam.

München - Ein Schlag reichte – dann war sein Opfer bewusstlos. US-Tourist Daniel J. (35) soll in einer Bar in der Kultfabrik trotzdem weiter geprügelt haben. Seit Montag steht er wegen versuchten Mordes vor dem Münchner Landgericht.

Williams machte auch schon für den BR Werbung

Daniel J. gibt sich reumütig. Müde und betrunken habe er die Situation falsch eingeschätzt – und einen geistig behinderten Freund schützen wollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Heimtücke vor. Sein Opfer ist kein Unbekannter: „I bin der Williams – und do bin i dahoam“, sagt der Fitnesstrainer im Werbespot fürs BR-Fernsehen. Außerdem ist er langjähriger Trainingspartner des Kult-Wirts Hugo Bachmaier (Bachmaier Hofbräu).

Am ersten Verhandlungstag ging es vor allem um Daniel J., der seit über einem Jahr in Untersuchungshaft in Stadelheim sitzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am frühen Morgen des 28. Mai 2011 versucht zu haben, Williams S. zu ermorden. Gemeinsam mit seinem jüngeren Kumpel Jared war J. als Tourist in München. Die beiden Männer zogen durch die Stadt – sie starteten den Abend im Hofbräuhaus, gingen über das Hard-Rock-Café in den Irish Pub am Dom, von dort aus mit einigen Studenten zum Gelände der Kultfabrik am Ostbahnhof. Dort, in der Mangosbar, eskalierte die Situation gegen 5 Uhr morgens und nach etlichen Bieren.

Laut Anklageschrift soll Daniel J. extrem aggressiv auf der Suche nach einem Opfer gewesen sein. Er habe dem ihm vollkommen unbekannten Williams S. grundlos einen Faustschlag verpasst, der ihn vom Barhocker riss und ihm das Bewusstsein raubte. Trotzdem habe J. dem am Boden Liegenden noch mindestens einen Tritt verpasst, dann mit einem Barhocker ausgeholt und damit sein Opfer am Kopf treffen wollen. Die Ermittler sehen das Mordmotiv Heimtücke als erfüllt an. Dann sei Daniel J. verschwunden, obwohl er wusste, dass sein Opfer sterben könnte. Tatsächlich erlitt Williams S. ein Schädel-Hirntrauma und eine Hirnblutung.

Bis heute, so erklärt es die Staatsanwaltschaft, leide der Bodybuilder unter den Folgen – in Form von Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen. Er wird am Dienstag als Zeuge vor Gericht erwartet. Daniel J. äußerte sich am Montag nicht zu den Vorwürfen, ließ Verteidiger Steffen Ufer sprechen. Demnach gibt er den Faustschlag zu – er habe jedoch „auf keinen Fall mit diesem Ergebnis gerechnet“. Er habe Williams S. für einen Türsteher gehalten, der ihn und seinen Freund aus der Bar werfen wolle.

Ann-Kathrin Gerke

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