Illegal oder Geheimtipp?

Touristen klauen 1000 Wohnungen

München - Für Touristen ist es ein Geheimtipp, für Vermieter eine Goldgrube – für die Stadtverwaltung ist es illegal: Laut Sozialreferat werden im Internet rund 1000 Wohnungen „zur kurzfristigen Vermietung“ angeboten!

Eine Stichprobe bereits im September 2014 – zur Wiesn-Zeit – habe diese Zahl ergeben, wie die Stadt auf Anfrage der CSU mitteilt.

Wieviele dieser Wohnungen tatsächlich illegal vergeben werden, sei offen. Grundsätzlich gilt: Wohnungen sind zum Wohnen da. Kommen Kurzzeitgäste und Touristen in nicht genehmigten Ferienwohnungen und Pensionen unter, liegt eine „Zweckentfremdung“ vor. Schließlich verknappen Vermieter und Touristen so das Wohnungsangebot und treiben die Preisspirale damit immer weiter an.

Und was tut die Stadt dagegen? Nicht viel. Zwar hat der Stadtrat im Juli 2014 fünfeinhalb Vollzeitstellen für eine Ferienwohnungs-Polizei genehmigt, die aber noch nicht vollständig besetzt ist. So wurden 2014 nur 113 Hinweise auf eine illegale Ferienwohnung bearbeitet. In 29 Fällen wurde die Nutzung beendet, in zwei weiteren Fällen klagten die Eigentümer dagegen. Der Rest ist noch im Verwaltungslauf. Es zeige sich aber, dass manche Vermieter nach einer kurzen Pause einfach weitermachten. Hinweis an die Vermieter: Die Stadt gibt ihre Ermittlungen auch ans Finanzamt weiter …

dac

Rubriklistenbild: © Kruse Ralf

Auch interessant

Meistgelesen

Schulbus aus München kommt Polizisten komisch vor: Nach der Kontrolle sind sie schockiert
Schulbus aus München kommt Polizisten komisch vor: Nach der Kontrolle sind sie schockiert
Bettler-Alarm in der U-Bahn - MVG warnt vor der Musik-Masche
Bettler-Alarm in der U-Bahn - MVG warnt vor der Musik-Masche
Studie deckt Geheimdienst-Orte in und um München auf - auch die Frauenkirche gehörte dazu
Studie deckt Geheimdienst-Orte in und um München auf - auch die Frauenkirche gehörte dazu
Ein wahrer Schutzengel: Mann (20) rettet Kleinkind in Fürstenried
Ein wahrer Schutzengel: Mann (20) rettet Kleinkind in Fürstenried

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.