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Trachten & Veganes: Was es heuer Neues auf der Wiesn gibt

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Von: Leoni Billina, Phillip Plesch

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Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (re.) und Greenforce-Gründer Thomas Isermann (2.v.li.) präsentieren die vegane Weißwurst
Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (re.) und Greenforce-Gründer Thomas Isermann (2.v.li.) präsentieren die vegane Weißwurst © Oliver Bodmer

Die Wiesn-Zelte auf der Theresienwiese wachsen von Tag zu Tag und so langsam beginnt sich auch der Rest der Stadt auf die anstehende Wiesn vorzubereiten. Einige Fragen müssen geklärt werden, zum Beispiel: Was sind die neuesten Trachten-Trends? Außerdem gibt’s Neues von kulinarischer Seite – denn heuer wird’s in manchen Zelten eine vegane Alternative zum klassischen Weißwurstfrühstück geben.

Vegane Weißwurst

Ein Weißwurstfrühstück ganz ohne Fleisch? Ab sofort ist’s möglich – sogar auf der Wiesn. Das Münchner Unternehmen Greenforce hat die vegane Weißwurst entwickelt. Mit verantwortlich dafür ist auch Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner.

Vor etwa einem Jahr saß er mit Greenforce-Gründer Thomas Isermann zusammen, der ihm ein veganes Fleischpflanzerl auftischte – das Baumgärtner durchaus schmeckte. „Mein erster Gedanke war, was als Fleischpflanzerl geht, das geht auch als Weißwurst!“ Außerdem steige die Nachfrage nach veganen und nachhaltigen Produkten auf der Wiesn stetig.

Daraus besteht die vegane Alternative

Etwa ein Jahr später ist sie da, die vegane Alternative zum bayerischen Klassiker. Auf Basis von Erbsenprotein mit Wasser, Petersilie und Gewürzen kommt sie dem Original erstaunlich nahe. Etwas kleiner ist sie, und ohne Haut – Zuzeln also nicht möglich.

Baumgärtner betont: „Natürlich werden wir auf der Wiesn nicht nur vegetarische oder vegane Fleischpflanzerl und Weißwürste haben. Aber: Ich finde es richtig, eine Alternative zu haben.“ Ihm sei es wichtig, dass es Wahlmöglichkeiten für die gebe, die fleischlos essen möchten.

Man sei mit einigen Wiesn-Wirten im Gespräch, sagt Marie Bund von Greenforce – so könnte es die vegane Weißwurst im Hofbräuzelt geben. So wie im Herr’schafts’zeiten im Tal. Natürlich ganz klassisch mit süßem Senf und Breze.

Trachtentrends

Die Wiesn rückt näher und damit auch die Frage: „Was soll ich anziehen?“

Die Botschaft von Gabriele Hammerschick ist klar: „Weniger ist mehr!“ Wer zum Dirndl beispielsweise Ohrringe trägt, sollte auf eine Halskette verzichten – und umgekehrt. Das rät die Trachtenexpertin von Lodenfrey. Dort wurden gestern die Wiesn-Outfits vorgestellt. „Das diesjährige Wiesn-Dirndl ist schlicht gehalten, handbedruckt und verbindet Tradition mit Modernität“, sagt die Expertin. Die leise, aber edle Tracht liege voll im Trend.

Das diesjährige Wiesn-Dirndl verbinde Tradition mit Modernität, sagt Gabriele Hammerschick (re.)
Das diesjährige Wiesn-Dirndl verbinde Tradition mit Modernität, sagt Gabriele Hammerschick (re.) © Markus Götzfried

Aber: Es ist Farbe angesagt! Wie in der Mode von Dunkelgrün, über Lila bis zu einem gebrannten Orangeton. Auch die Klassiker wie Kirschrot oder Marine passen ins Bild. Wichtig ist, dass das Dirndl gut sitzt – und man sich nicht verkleidet fühlt.

Daran sollten sich die Männer halten

Für Männer ändern sich nur Nuancen. „Wir sprechen von Tradition“, sagt Lodenfrey-Experte Johann Maurer. Der Spielraum für Experimente ist eng. Bei Lederhosen, dem Schmuckstück, sind hellere Farben angesagt. Bei Westen und Strümpfen bestimmen Blau und Oliv. Hemden sollten weiß sein, vielleicht mal hellblau oder mit Streifen.

Und: Der Hut ist wieder dran. Maurer: „Die Wiesn wird laut, die Tracht bleibt zurückhaltend traditionell.“

Johann Maurer (mi.) erklärt: Die Lederhosen in hellen Farben, das Hemd sollte weiß, vielleicht auch mal blau sein.
Johann Maurer (mi.) erklärt: Die Lederhosen in hellen Farben, das Hemd sollte weiß, vielleicht auch mal blau sein. © Markus Götzfried

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