1. tz
  2. München
  3. Stadt

Traditionsbiergarten in Keferloh ist pleite

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Insolvenzverwalter Axel Bierbach
Insolvenzverwalter Axel Bierbach © Leiprecht

Grasbrunn - Seit 36 Jahren gibt es ihn nun, den Gasthof Kreitmair in Keferloh. Damals – kurz vor den Olympischen Spielen 1972 – hatten die ehemaligen Wiesn-Wirte Helga und Willi Kreitmair das Wirtshaus eröffnet. Mit vollem Erfolg.

Jahrzehntelang war der Gasthof einer der Treffpunkte im Osten Münchens. Doch das ist vorbei! Der Gasthof ist pleite – vor wenigen Tagen hat die Betreiberfirma Kreitmair GmbH Insolvenz angemeldet.

Jetzt fragen sich alle: Was passiert mit dem Traditionswirtshaus und dem riesigen Biergarten? Kommt alles weg? „Die Ausgangssituation ist nicht einfach, aber ich werde alles versuchen, um die Gaststätte am Leben zu erhalten“, verspricht Insolvenzverwalter Axel Bierbach. Genau deshalb wird der gesamte Betrieb derzeit auch saniert. Bierbach: „Der Gasthof wird auch weiter geöffnet bleiben – aber bessere Qualität anbieten.“ Genau da ist nämlich wohl der Grund für die Pleite zu suchen. Schon länger hatte das Haus um Wirt Kenneth Wein den Ruf, wenig Besonderes zu präsentieren. Die Folge: Die Gäste blieben aus. Die Familie Kreitmair hatte ihre Geschäftsanteile bereits im Jahre 1999 abgegeben, hatte also mit dem Gasthof nichts mehr zu tun.

Doch Anwalt Bierbach, der sich schon um die Insolvenz des Bratwurstglöckl kümmerte, ist zuversichtlich, dass das Gasthaus noch zu retten ist. „Wir werden nun erstmal einiges ändern. So gibt es weniger Gerichte, aber von höherem Anspruch. Auch im Biergarten wurde schon aufgeräumt und umgebaut. Das Wirtshaus wird ein neues Gesicht bekommen.“ Keine Änderungen gibt’s in der Chefetage: Da bleibt erst einmal Kenneth Wein der Leiter. „Er hat sich nichts zu Schulden kommen lassen“, so Bierbach. Eher seien unter anderem auch die vielen Betriebsleiterwechsel in den letzten Jahren ein Problem gewesen. Die Belegschaft (30 Mitarbeiter) wird übrigens auch bleiben. „Es geht hauptsächlich darum, neuen Schwung und Anspruch in den Laden zu bringen“, so Bierbach. Der Plan: Wenn es wieder bergauf geht, soll ein neuer Investor gefunden werden.

Und der Name des bekannten Gasthofes? Lautet der weiter Kreitmair? „Vorerst ja“, sagt Anwalt Axel Bierbach. „Aber wir werden sehen, was sich nach dem Neuanfang ergibt“.

age

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare