Linien, Züge, Stationen

MVG-Pläne: Das wird alles neu bei U-Bahn und Tram

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Am Sendlinger Tor beginnen die Umbauarbeiten im Untergrund.

München - Münchens Nahverkehr platzt aus allen Nähten. Um mit dem Bevölkerungswachstum mitzuhalten, investiert die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) heuer wieder viel Geld. MVG-Chef Herbert König stellte am Mittwoch die Pläne für 2015 vor.

In Steinhausen wird die Tram bis zur SZ verlängert.

Satte 328 Millionen Euro will König in den Erhalt, den Ausbau und die Modernisierung des Nahverkehrsnetzes stecken, so viel wie noch nie zuvor. Ein großer Brocken davon steht für die Verlängerung der Tramlinie 25 vom Max-Weber-Platz bis nach Steinhausen bereit. 19 Millionen Euro wird man in 1,3 Kilometer neue Gleise stecken, die vom Betriebshof der Tram am Leuchtenbergring bis zur neuen Haltestelle Berg am Laim an der Hultschiner Straße reichen werden. König: „Die Eröffnung wird, wenn alles gut läuft, im Dezember 2015 stattfinden.“

Am Ostfriedhof wird das Tramgleis umgebaut.

Am Ostfriedhof steht den Tram-Fahrgästen und den Autofahrern zwischen Ende Mai und Dezember eine Geduldsprobe bevor: Die MVG lässt den Kreuzungsbereich von Tegernseer Landstraße bzw. Regerstraße und St.-Bonifatius-Straße umbauen. Dabei wird in einem Aufwasch auch gleich die südliche Tegernseer Landstraße in Giesing komplett umgebaut. Auch an der Steinstraße, der Großhesseloher Brücke oder am Authariplatz finden Umbau- und Sanierungsarbeiten statt. König; „Die Linie 17 muss während der Bauarbeiten auf ihrem Ast zwischen Innenstadt und Schwanseestraße abschnittsweise durch Busse ersetzt werden.“ Das gelte auch für die Linien 15/25 zwischen Max-Weber-Platz und Grünwald.

An Haupt- und Ostbahnhof sowie am Westfriedhof werden marode U-Bahnhöfe saniert.

Bei der U-Bahn wird derzeit im Untergrund heftig gewerkelt: Das Marienplatz-Zwischengeschoss soll Ende Oktober fertig werden. Und am Hauptbahnhof (an der Station von U5 und U4) sowie am Ostbahnhof sowie am Westfriedhof müssen Schäden an den Betondecken repariert werden. Am U-Bahnhof Sendlinger Tor beginnen die ersten Vorarbeiten für den großen Stationsumbau, der den Fahrgästen an der völlig überlasteten Station neue Ausgänge bringen wird. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich mindestens bis 2021.

Auch neue Züge werden angeschafft. Für die Tram kauft die MVG so genannte Doppeltraktionsfahrzeuge: Die sollen 48 Meter lang sein und bis zu 270 Fahrgäste transportieren. Zum Vergleich: Derzeit sind die MVG-Trambahnen maximal 34 Meter lang und können bis zu 230 Menschen befördern.

Für Freunde des mobilen Internet gibt es auch Neuigkeiten: So soll es an der Münchner Freiheit einen Test für Gratis-WLAN im Sperrengeschoss geben. Außerdem wollen die Mobilfunkbetreiber ihre Netze im Untergrund auf das schnelle LTE umrüsten.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Unter Münchens Erde liegen zahlreiche Schmuckstücke. Sehen Sie hier die schönsten U-Bahnhöfe der Stadt. © Bodmer
Der brandneue U-Bahnhof Münchner Freiheit strahlt nach der 20-monatigen Umbauphase in neuen Farben (U 6). © Schlaf
Ein faszinierend helles Stück „Münchner Freiheit“: Der Münchner "Lichtpapst" Ingo Maurer hat der U-Bahnstation mit seiner Farb- und Lichtgestaltung und den Deckenspiegeln Leben eingehaucht. © Schlaf
Transparenz, Offenheit, Freundlichkeit – das ist der neue U-Bahnhof Münchner Freiheit. © Schlaf
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Farbenfroh, freundlich und großzügig: Der Georg-Brauchle-Ring (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die U-Bahn-Station ist nach dem ehemaligen zweiten Bürgermeister Münchens, Georg Brauchle (CSU, 1915 – 1968) benannt. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Absoluter Hingucker sind die Wandflächen, die der renommierte Künstler Franz Ackermann gestaltet hat. © Schlaf
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Vielleicht der geheimnisvollste Ort im Münchner U-Bahnnetz: der U-Bahnhof Westfriedhof (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die 3,80 Meter breiten Lampenschirme und die Beleuchtung stammen von Lichtdesigner Ingo Maurer, der auch die neue Münchner Freiheit konzipiert hat. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Spektralfarben satt und Glasschutz vor den lebenswichtigen Säulen und dunklere Farben Richtung Tunnel: der Candidplatz in Giesing (U 1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Es ist nur ein Detail an einer Wand der Station: ein kleiner Schmetterling, auf den Flügeln steht „R. Knoll“ und „A. Wagner“. Dies sind die Namen der beiden Gestalter der Bahnsteigwände. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Die Säulen der Station sind übrigens lebenswichtig: Der Bahnsteig, der in einer Kurve liegt, muss den Verkehrs- und Erddruck der Oberfläche aushalten – hier kreuzt auch die Candid­brücke am Mittleren Ring. © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Eine faszinierende Mischung aus Hell und Dunkel, eine atemberaubende Architektur – und ein kühnes Konstrukt, durch das Tageslicht in den Schacht fällt: Das ist der U-Bahnhof St.-Quirin-Platz (U1). © Bodmer
U-Bahnhöfe in München: Die Schmuckstücke der Stadt
Wenn man die Rolltreppe nach oben fährt, ist die muschelförmige Glaskuppel zu sehen, die den Blick auf einen Park öffnet. © Bodmer
Auch ein Schmuckstück in Münchens Untergrund: Der U-Bahnhof Dülferstraße (U 2). © Bodmer
Die farbenfrohe Wandgestaltung ist von der Münchner Künstlerin Ricarda Dietz, die hohen Rundbögen und die "Orgelpfeiffen" an den Säulen erinnern an eine Kirche. © Bodmer
Auf dem Weg nach oben grüßen die bayerischen Farben. © Bodmer
Die mächtigen Schwingen der Station „Am Hart“ erinnert an einen Windkanal. © Bodmer
Mit seiner blau-weißen Farbgebung verweist die Station auch auf das, was an der Oberfläche ist: dem Forschungs- und Technologiezentrum von BMW. © Bodmer
Der U-Bahnhof "Am Hart" wurde 1993 eröffnet. Geplant wurde er von Hilmer + Sattler und ­dem U-Bahn-Referat. © Bodmer
Die U-Bahnstation "Hasenbergl" (U 2). © Bodmer
Wie ein langes Segel wirkt die Deckenverzierung auf den Betrachter – und vermittelt somit leise: „Wo soll’s hingehen?“ © dpa
Der Bahnsteig hat keine Säulen und ist relativ hoch, der graue Granitbelag wird durch dreieckige Muster aufgelockert und gleichzeitig aufgepeppt. © Bodmer
Es mag schönere, spektakulärere und interessantere Bahnhöfe geben als den in Thalkirchen – aber sagen Sie das mal Kindern! © Bodmer
Die allermeisten werden diese Station zum Lieblingsbahnhof erklären. Und dafür sorgen die Wandbilder von Ricarda Dietz, die am Wochenende aus Tausenden Kinderkehlen ausgiebig kommentiert werden („Elefant! Giraffe!“). © Bodmer
„In keinem Bahnhof sonst wird so klar und deutlich auf die Attraktion an der Oberfläche hingewiesen wie hier in Thalkirchen“, sagt Architektin Cornelia Dissing. Eben auf den Tierpark. © Bodmer
Überhaupt besticht der Ort durch seine Helligkeit und Klarheit. Keine Säulen stören Weg und Blick, nur wenige Bänke behindern die freie Kinderwagenfahrt für frohe Babys. „Es ist ein sehr freundlicher Bahnhof, auch wegen seiner harmonischen Farbgebung“, beobachtet Dissing. © Bodmer
Klarheit ist bei Zweckbauten wichtig. So wie hier: Wo der Ausgang Richtung Tierpark ist, gibt die mächtige, angenehm flache Rampe vor. „An den Rampenwänden mussten andere, unempfindlichere Platten und Materialien verwendet werden als an der Rückwand des Bahnsteiges, da er anfälliger ist. Somit haben die Tiermotive auch ein anderes Erscheinungsbild.“ Wird den Kindern ziemlich egal sein – Hauptsache, hier geht’s weiter mit den Tieren! Gleich sind wir im Zoo! © Bodmer
Die „grüne Lunge“ Münchens im Untergeschoß: Der U4-Bahnhof Böhmerwaldplatz erinnert an einen Wald. © Bodmer
Der Bahnhof wurde am 27. Oktober 1988 eröffnet und strahlt eine besondere Harmonie aus. © Bodmer
Nur ganz am Ende des Bahnsteigs, zum Nebenausgang hin und hinter der Rolltreppe, findet doch noch ein kleines Waldsterben statt: Die armen, weitgehend unbemerkten Säulen sind klein, dürr, fast weiß. Aber wer steht schon so weit hinten im Wald? © Bodmer
Das 15. Wiesn-Zelt: Die U-Bahnstation Theresienwiese U4/U5. © Bodmer
Die Station ­gibt sich ganz Münchnerisch in Gelb und Schwarz – zudem erinnert die Konstruktion an ein Oktoberfestzelt. © Bodmer
Eines von Ricarda Dietz’ Wandbildern – sie stellen typische Szenen auf der Wiesn dar. © Bodmer

555 Mio. Fahrgäste – Rekord!

Noch nie fuhren so viele Menschen mit der MVG.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat voriges Jahr 555 Millionen Fahrgäste transportiert, das waren zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Somit hat die MVG einen neuen Rekord geschafft: Jeden Tag waren 1,2 Millionen Passagiere unterwegs! „Damit sind wir Marktführer im Stadtverkehr“, jubelt MVG-Chef Herbert König. 28 Prozent der Münchner fahren tatsächlich U-Bahn, Bus oder Tram, und wenn man die Autofahrer (25 Prozent) und ihre Beifahrer (sechs Prozent) extra rechnet, hat König tatsächlich recht.

Worauf er fraglos stolz sein darf, ist die Pünktlichkeit der U-Bahn im Vorjahr. Sie erreichte einen Wert von 94,4 Prozent, das sind 1,9 Prozent mehr als 2013. Nach den lascheren Vorgaben der Deutschen Bahn wären es laut König sogar 98,6 Prozent. So wird bei der Bahn ein ausgefallener Zug einfach nicht mitgezählt! Die Tram war zu 79,2 Prozent pünktlich, die Busse zu 78,6 Prozent.

MVG-Chef Herbert König plant für die Zukunft.

Die Verkehrsmittel der MVG legten im Vorjahr 50,7 Millionen Kilometer zurück. MVG-Chef König: „Damit käme man 66 Mal zum Mond und zurück.“ Es würde auch für einen Ausflug zum Mars und zurück reichen. Den Großteil dieser Strecke absolvierten die MVG-Busse (31,2 Millionen Kilometer), die U-Bahn schaffte 11,2 Millionen Kilometer, die Tram 8,3 Millionen Kilometer. Dazu sind bis zu 1051 Fahrzeuge unterwegs – 508 U-Bahnwagen, 95 Trambahnen und 445 Busse. Von den insgesamt 16.100 Fahrten täglich werden 11.200 von Bussen absolviert. Die Tram fährt 2800 Mal, die U-Bahn 2100 Mal. Die Fahrzeuge der MVG halten täglich 319.000 Mal!

Johannes Welte

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