Trauer um Wiesn-Wirt Hermann Haberl

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Hermann Haberl vor seiner Ochsenbraterei auf der Wiesn.

München - Der Chef der Ochsenbraterei und des Chinesischen Turms, Hermann Haberl, ist tot. Am Samstagabend brach der Wiesn-Wirt plötzlich zusammen.

Der Tod kam plötzlich. Hermann Haberl (71) hat er im Stehen überrascht. „Er ist genauso aufrecht aus dem Leben gegangen, wie er es immer gelebt hat“, sagt seine Familie. In ihrer tiefen Trauer ist das ein kleiner Trost. Die Arme seiner Frau Anneliese (68) haben ihn aufgefangen in den letzten Sekunden seines Lebens. Anneliese, die ihm stets ein starker Partner war, der geliebte Mensch, seit 46 Jahren an Hermanns Seite, hat ihn gehalten, als er starb. Der Wiesn-Wirt von der Ochsenbraterei litt seit fast 12 Jahren an Parkinson. Anlässlich seines 70. Geburtstags am 23. Juli 2009, sprach er erstmals öffentlich über seine Krankheit. „Jeder Tag über 70 ist ein Geschenk“, sagte er damals im tz-Interview. Tochter Antje Schneider (43) beschrieb am Sonntag die letzten Stunden im Leben ihres Vaters. „Er war seit fast zwei Wochen in der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel. Die Kombination aus Parkinson-und Herz-Medikamenten sollte dort neu eingestellt werden.“ Neben Parkinson hatte Hermann Haberl seit einiger Zeit auch mit Herzproblemen zu kämpfen.

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Aber seitdem dem Wiesn-Wirt im Sommer 2010 ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, ging es ihm besser und er eroberte sich die alte Lebensfreude und Energie zurück. „Meine Mutter ist am Samstag zu ihm rauf gefahren. Es gab keinen ernsten Anlass, es ging im gut.“ Hermann Haberl hat sich auf den Besuch seiner Anneliese gefreut. Er hat sie ausgeführt in ein Restaurant. „Sie hatten einen wunderbaren Abend und so viel gelacht wie schon lange nicht mehr. Mein Vater war supergut drauf. Meine Mama hat sich gefreut, weil sie gedacht hat, dass die neue Zusammenstellung der Medikamente gut anschlägt.“

Der Abend neigt sich dem Ende. Hermann und Anneliese Haberl gehen hoch zum Parkplatz des Restaurants an einem Waldrand in Kassel. „Sie standen am Parkplatz. Da ist er einfach in sich zusammengefallen. Meine Mutter hat ihn aufgefangen.“

Ein Herztod in Sekunden. Am Sonntagmorgen ist Schwiegersohn Thomas Schneider nach Kassel gefahren, um Anneliese Haberl auf dem Heimweg zu begleiten. Tochter Antje Schneider und ihre vier Kinder erwarteten die beiden am Abend zurück in München. Sie sind verzweifelt in ihrer Trauer. Gleichzeitig ist sie dankbar, dass das Schicksal einen so gnädigen Tod für ihren Vater vorgesehen hat. „Irgendwann als Pflegefall ans Bett gefesselt zu sein, hätte er nicht ertragen“, sagt Schneider.

Die Familie hat nun die schwere Pflicht, Beerdigung und Trauerfeier zu planen. Es wird ein großer Abschied werden. „München war sein Leben“, sagt seine Tochter. Der Termin für die Feier steht noch nicht fest.

Simone Herzner

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