Unfallopfer vom Innsbrucker Ring

So trauern die Schachkollegen um die Brüder

+
Eine gespenstische Szene: Der umgestürzte Laster und das Wrack des Honda Jazz, in dem Brüder starben, in der Grünanlage am Innsbrucker Ring.

München - Nach dem dramatischen Unfall am Freitagabend am Innsbrucker Ring, erinnern sich die Schachkollegen an die beiden verunglückten Brüder.

Der Freitagabend war immer fürs Schachspielen reserviert. Thomas (39) und Stefan K. (42) lieferten sich erst ein paar Partien mit ihren Vereinskollegen und ließen die Woche dann in gemütlicher Runde ausklingen. Bis zu diesem Freitag, dem 13. – als der rumänische Lkw-Fahrer am Innsbrucker Ring die Kontrolle verlor und das Brüderpaar in den Tod rammte (tz berichtete).

„Normalerweise spielen sie bei uns in Unterhaching. Aber diesmal haben sie ihre alten Kollegen vom Schachclub Stadtwerke besucht. Von dort sind sie vor etwa zwei Jahren zu uns gewechselt“, berichtet ein Freund der tz. Stefan K. wollte seinen Bruder noch schnell zu dessen Wohnung in Unterhaching fahren – er selbst wohnt mit seiner Frau in Neuperlach. Gegen 22.30 Uhr standen sie an der Ampel am Autobahnende der A 8, als der Sattelzug plötzlich mit Tempo 65 angeschossen kam und den Honda Jazz mit den Brüdern 40 Meter weit in die Grünanlage schmetterte. Stefan und Thomas K. erlitten schwerste Kopfverletzungen und starben noch in der gleichen Nacht im Krankenhaus.

„Wir haben erst am Sonntag von der Tragödie erfahren. Das ist alles unfassbar“, sagt ein Vorstandsmitglied. Die Brüder seien in der A-Klasse aktiv gewesen. „Das waren richtig gute Schachspieler.“ Auch sonst hätten sie viel zusammen unternommen. Immer sonntags stand etwa Fußball im Ostpark auf dem Programm. Thomas K. spielte zudem in der AH- und zweiten Mannschaft bei Fortuna Unterhaching. „Er war bestimmt schon seit mehr als zehn Jahren bei uns im Verein. So ein ruhiger und netter Typ. Ich will noch gar nicht dran denken, dass er beim nächsten Training nicht mehr dabei sein wird“, sagt ein Mannschaftskamerad. Thomas und Stefan K. werden in rund drei Wochen wohl gemeinsam beerdigt. Der Schachclub Unterhaching und die Fußballer-Kollegen werden geschlossen Abschied nehmen.

Bilder vom Unfallort

Tödlicher Unfall auf dem Innsbrucker Ring

Cornel G. (50), der Brummifahrer, der vermutlich kurz eingenickt war, muss sich jetzt wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

arb/jam

auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn-Chaos: Auch am Dienstag lief es nicht rund
S-Bahn-Chaos: Auch am Dienstag lief es nicht rund
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich
Blitzeis-Bilanz: Münchner kratzten, rutschten und verletzten sich

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion