Müller-Pächter zwischen Hoffen und Bangen

München - Die Müller-Pächter bangen um ihre Zukunft. "Ich weiß ja nicht, was nach dem 31. März passiert! Und ich bin vollkommen machtlos", erklärt eine Pächterin, die sechs Verkäufern gekündigt hat.

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Viel Hoffnung setzen die Müller-Brot-Pächter in den vorläufigen Insolvenzverwalter Hubert Ampferl. „Er ist engagiert und entgegenkommend“, lobt Christiane Klemm (60). Bis vor drei Wochen betrieb sie gemeinsam mit ihrem Mann Wilfried Klemm (61) in Traunstein zwei Müller-Brot-Filialen. Dann kam die Insolvenz, und Müller-Brot übernahm eine der Filialen samt Mitarbeitern.

Die andere am Bahnhof betreibt Christiane Klemm weiter — zumindest bis 31. März. Dann entscheiden Insolvenzgericht und Gläubigerausschuss über Insolvenzverfahren und Unternehmensverkauf. „Ich hoffe und bete, aber ich habe große Angst“, sagt Klemm.

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Ihren sechs Verkäufern hat sie gekündigt. „Ich weiß ja nicht, was nach dem 31. März passiert! Und ich bin vollkommen machtlos.“

Zukunftsangst! Das kannte Christiane Klemm bis vor zwei Jahren nicht. Voller Zuversicht zog sie mit ihrem Mann nach Traunstein, um ihren Kindern nahe zu sein. Sie übernahmen zwei Filialen und kündigten für die Kaution von 39 000 Euro ihre Rentenversicherung. Müller-Brot akzeptierte keine Bankbürgschaft, sondern bestand auf Bargeld.

Aber die Klemms wurden nicht misstrauisch – schließlich standen sie ihr Leben lang hinter dem ­Bäckereitresen, vor Müller beim Bäckerei-Riesen Kamps. Dort war der heutige Müller-Brot-Eigentümer Klaus Ostendorf in den 90er-Jahren für das Selbstbedienungsgeschäft verantwortlich. Und wurde steinreich. Ganz anders die Klemms: „Wir sind alt und haben alles verloren!“

svs

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Rubriklistenbild: © dpa

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