Vollsperrung

Das war der traurige Grund für das S-Bahn-Chaos

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Riesenandrang in Obermenzing: Wegen des S-Bahn-Chaos warten alle Pendler auf die Busse.

München - Alles dicht! Mit der S-Bahn gab’s am Mittwoch in der Früh kein Durchkommen, U-Bahnen, Trams und Busse waren überfüllt – und das über Stunden. Das Chaos hatte einen traurigen Hintergrund.

Sowohl Bundes- als auch Landespolizei nehmen an, dass sich ein 22-jähriger Mann nahe des Laimer Bahnhofs vor einen Zug geworfen hat. Von 8 Uhr bis 10.15 Uhr war die Stammstrecke deswegen zwischen Pasing und Donnersbergerbrücke gesperrt, tausende Pendler mussten im gesamten S-Bahnnetz mit erheblichen Verspätungen zurechtkommen. Die MVG meldete auch bei U-Bahn, Bus und Tram erhöhtes Fahrgastaufkommen, weshalb es „Abweichungen im Fahrplan“ gab. Im Gesamtnetz kam es zu Verzögerungen von bis zu 25 Minuten. Erst am Mittag hatte sich die Verkehrslage wieder normalisiert.

In der Regel berichten wir nicht über Suizide. Dieser Fall liegt anders, weil so viele Pendler betroffen waren und weil mehrere Zugführer per Durchsage wörtlich über einen „Leichenfund“ informierten. Ein Sprecher der Bahn bestätigte das. „Das Zugpersonal hat richtig gehandelt, das wird keine Konsequenzen haben.“ Man habe die Fahrgäste lediglich über die Verzögerungen informieren wollen. Es gebe in solchen Fällen keine einheitliche Sprachregelung. So seien die Durchsagen „Polizeieinsatz“, „Notarzteinsatz“ oder auch „Personenschaden“ ebenso üblich wie „Leichenfund“. Der Bahnsprecher erklärt: „Unsere Mitarbeiter können all diese Begriffe verwenden.“

tos

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