Trickbetrug: Oma (84) um 81.150 Euro geprellt

München - Eine 64-Jährige und ihr Enkel (24) haben eine Münchnerin (84) mit miesen Tricks um satte 81.150 Euro geprellt. Nun müssen Sie sich vor dem Amtsgericht verantworten.

Bis aufs letzte Hemd: Zwei Trickbetrüger haben sich vergangenes Jahr unter anderem mit Horrorgeschichten das Vertrauen einer 84-jährigen Münchnerin erschlichen. Dabei ergaunerten sie – ein 24-Jähriger und seine Oma! – innerhalb weniger Monate unglaubliche 81 150 Euro. Jetzt bekommen die mutmaßlichen Täter dafür am Münchner Amtsgericht die Quittung.

Die Misere begann laut Anklage mit einer scheinbar harmlosen Plauderei im Sommer 2011: Der junge Deutsche verwickelt die Rentnerin aus Sendling in ein Verkaufsgespräch über Teppiche. Die Dame winkt ab: Sie habe bei einer anderen Firma bereits Teppiche gekauft.

Kurz darauf meldet sich dieser Mann telefonisch bei der Dame und behauptet, der Bruder des damaligen Teppichhändlers zu sein. Dieser sei in einer finanziellen Notlage! Die gutgläubige Dame fällt darauf herein und übergibt den ersten Geldbatzen an die angebliche „Beauftragte“ – in Wahrheit die aus Polen stammende Großmutter (64) des Betrügers.

Die Unwörter der vergangenen Jahre

Die Unwörter der vergangenen Jahre

Aber die Gauner sind laut Staatsanwaltschaft unersättlich: „Der Angeschuldigte ist mehrmals mit wechselnden Identitäten am Telefon in Erscheinung getreten“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Als sich die Täter sicher fühlen, gibt sich der Mann sogar als Rechtsanwalt aus. Und zieht alle Register: Sein Mandant, der Teppichhändler, seien Zunge sowie Finger abgetrennt worden! Jetzt fehle Geld für die Behandlungskosten. Bis Januar 2011 hebt die Rentnerin über 80 000 Euro ab.

Erst als die Bank Verdacht schöpft und eine weitere Zahlung verweigert, geben die Täter auf. Das Opfer erstattet Anzeige – und die Betrüger werden geschnappt.

Die Münchner Polizei hat immer häufiger mit gnadenlosen Gaunern zu kämpfen. Seit Jahresbeginn registrierte sie allein bei den sogenannten ­„Enkeltrick“-Betrügereien 57 Versuche – im gesamten Jahr 2011 waren es 59. „So eine Situation haben wir noch nicht erlebt“, sagte Polizei-Vizepräsident Robert Kopp kürzlich.

Voraussichtlich am 21. Juni werden zumindest dieser junge Mann und seine Großmutter angeklagt: wegen Betruges in Mittäterschaft (Arbeitsteilung!) in einem besonders schweren Fall. Die Angeschuldigten räumen die Taten großteils ein – ihnen drohen bis zu zehn Jahren Haft.

nba

Rubriklistenbild: © dpa

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