Auch Helga R. (86) kann aufatmen

Betrug: Polizei fasst den Senioren-Schreck

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Helga R. im Juli 2012 nach dem Trickdiebstahl. Das ganze Urlaubsgeld war weg!

München - Helga R. (86) ist Opfer eines Trickdiebs geworden. Obwohl er ihr Urlaubsgeld geklaut hat, konnte sie doch noch in die Ferien fahren. Nun darf sie richtig aufatmen: Ein Verdächtiger wurde gefasst.

Als Helga R. (86) den Anruf von der Kripo bekommt, ist sie sprachlos. Der mutmaßliche Trickdieb, der ihr im vergangenen Sommer mit einer ganz üblen Masche 900 Euro gestohlen hat, ist gefasst! Es handelt sich um einen polizeibekannten 31-Jährigen! „Ich bin so froh, dass er nicht mehr draußen rumläuft. Jetzt kann ich endlich wieder ruhiger schlafen!“

Am 18. Juli 2012 hatte ein Ganove an der Tür ihrer Zweizimmerwohnung im Hasenbergl geklingelt. „Er hat gesagt, er sei der Hausmeister. Da ich erst kurz hier wohne, habe ich ihm das geglaubt“, erzählte sie damals der tz. Der Mann habe behauptet, sie bekomme Geld fürs Wasser zurück. Er wies sie an, im Bad das Wasser anzudrehen. Als Helga R. wieder zurück ins Wohnzimmer kam, war ihr Briefumschlag, in dem sie das von der kargen Rente gesparte Geld für einen Mallorca-Urlaub verwahrt hatte, weg. Und der angebliche Hausmeister auch.

Ein Glück: Ein tz-Leser hatte sich damals auf den Zeitungsbericht hin gemeldet und anonym die fehlenden 900 Euro gespendet – so konnte Helga. R. schließlich doch noch mit der Familie in den Urlaub fahren! Richtig aufatmen konnte die Seniorin aber erst am Freitag, als der Anruf von der Kripo mit der guten Nachricht kam. „Wir konnten einen tatverdächtigen 31-jährigen Münchner mit deutscher Staatsbürgerschaft ermitteln“, erklärt Reinhold Eichhammer von der Münchner Polizei gegenüber der tz.

Die Beamten kamen dem Gauner auf die Spur, weil er auf dem Briefumschlag der Rentnerin seine Fingerabdrücke hinerlassen hatte. „Der Mann ist der Polizei bekannt. Ob oder für welche weiteren Straftaten er verantwortlich ist, wird derzeit noch ermittelt.“ Der Fall wird in Kürze der Staatsanwaltschaft übergeben. Dann wird der Mann wohl auch bald vor Gericht stehen und dafür büßen, was er der Rentnerin Helga R. angetan hat.

Für die Münchnerin ist das Wichtigste, dass sie sich jetzt wieder sicherer in ihrer Wohnung fühlt. „Ich konnte nach der Tat kaum schlafen und hatte Albträume“, erzählt Helga R. Sie habe eigentlich nicht mehr daran geglaubt, dass der Täter gefasst wird. Bis zum Anruf am Freitag. „Wenn ich darüber nachdenke, dass er vielleicht noch andere Menschen betrogen oder bestohlen hat – und das vielleicht noch weiter getan hätte … Ich bin unendlich erleichtert.“

nba/ jam

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